Probleme bei der Tatort-Premiere Rudelgucken mit Lannert und Bootz

Von Marc Hippler 

Plastikstuhl statt Couch: Tausende haben auf dem Schlossplatz den neuesten Tatort aus Stuttgart gesehen. Weil der Fall aber teilweise im Dunkeln blieb, bekommen die Zuschauer ihr Geld zurück.

 Foto: www.7aktuell.de/Kaltenecker 108 Bilder
Foto: www.7aktuell.de/Kaltenecker

Stuttgart - Plastikstuhl und Popcorn statt Sofa und Chips. Die Bedingungen waren bei der Tatort-Premiere am Freitagabend auf dem Schlossplatz fürs sommerliche Rudelgucken geradezu ideal. Tausende wollten den neuesten Fall der Stuttgarter Kommissare Lannert und Bootz sehen, die Veranstaltung war ausverkauft. Kein Wunder: Im Fernsehen wird "Tote Erde" erst am 21. Oktober laufen. Getrübt wurde das Krimi-Public-Viewing allerdings von Technikproblemen. Die Videowand auf der SWR-Bühne im Ehrenhof zeigte vor allem bei dunklen Szenen Streifen und bunte Klötze - dabei kennen wir den guten alten Tatort doch längst in HD-Qualität. Der SWR reagierte souverän und kulant: Wer will, verkündete Sportschau-Moderator Michael Antwerpes im Anschluss an den Film, bekommt an den Vorverkaufsstellen sein Geld für den Open-Air-Tatort (knapp sechs Euro) zurück.

So richtig gestört haben die Bildfehler aber wohl kaum jemanden. Laute Unmutsbekundungen blieben ebenso aus wie vorzeitiges Verlassen der Stuhlreihen. Mag sein, dass das auch am Fall der Stuttgarter Kommissare Thorsten Lannert (Richy Müller) und Sebastian Bootz (Felix Klare) gelegen hat. 90 Minuten lang war es auf dem Schlossplatz fast so still wie sonst nur sonntagabends im Wohnzimmer. Trotzdem wurde natürlich auch hier spekuliert, welche Orte in Stuttgart im Film zu sehen waren und wer der Mörder sein könnte. Zum Ersten lässt sich sagen: Cannstatt, Zacke und der Flughafen kommen unter anderem vor. Das Zweite bleibt selbstverständlich bis Ende Oktober ein Geheimnis. Gedreht wurde übrigens im vergangenen Winter, unter anderem auch auf dem Kappelberg in Fellbach.

Großes Kino für einen Fernsehfilm

Fast die gesamte Tatort-Crew hatte sich am Freitagabend unters Publikum auf dem Schlossplatz gemischt. Neben den beiden Hauptdarstellern Richy Müller und Felix Klare, kam auch die gebürtige Stuttgarterin Natalia Wörner auf die Bühne. Im Tatort "Tote Erde" spielt sie die schwäbelnde Staatsanwältin, die enger mit dem Fall verbunden ist, als ihr recht sein kann. Mit einem Rahmenprogramm und Kulissen ganz im Stil des neuen Falls stimmte der SWR die Zuschauer auf dem Schlossplatz perfekt auf einen Krimi ein, bei dem es um Umweltaktivismus, wirtschaftliche Interessen und emotionale Verquickungen geht. Ziemlich großes Kino für einen Fernsehfilm.

Und so sehr sich Regisseur Thomas Freundner darüber freuen konnte, mal einen Teil der Millionen Tatort-Zuschauer zu sehen, so bitter war für ihn der Wermutstropfen der schlechten Bildqualität: "Der wichtigste Mann beim Film ist eben doch nicht der Regisseur, sondern der Filmvorführer", sagte er. Am 21. Oktober soll's dann mit der guten Qualität aber wieder klappen.

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