Probstsee Möhringen Blaualgen waren Ursache für das Fischsterben
Nachdem Mitte August massenhaft Tiere verendet waren, nahm die Stadt Proben. Die Ergebnisse liegen nun vor. Wie geht es jetzt weiter?
Nachdem Mitte August massenhaft Tiere verendet waren, nahm die Stadt Proben. Die Ergebnisse liegen nun vor. Wie geht es jetzt weiter?
Mitte August mussten Mitglieder des Anglervereins Möhringen etwa 500 Kilogramm toten Fisch aus dem Probstsee holen. Die Feuerwehr war im Einsatz und pumpte etwa sechs Stunden lang Frischwasser in den See. Die Stadt Stuttgart nahm in Abstimmung mit dem Landesgesundheitsamt Proben, um der Ursache für das Fischsterben auf den Grund zu gehen. Nun liegen die Ergebnisse vor: „Die Messungen haben eine sehr hohe Konzentration an Blaualgen bestätigt“, heißt es in einer schriftlichen Stellungnahme der Stadtverwaltung.
Die im Volksmund Blaualgen genannten Cyanobakterien entstehen vor allem im Hochsommer. Denn heiße Temperaturen, viel direkte Sonneneinstrahlung und wenig Wind fördern ihr Wachstum. Die Algen verbrauchen nachts Sauerstoff. Weil der Probstsee sehr flach ist und keinen natürlichen Zulauf hat, ist dieser schnell aufgebraucht, wenn viele der Bakterien im Wasser sind. Insbesondere große Fische, die mehr Sauerstoff brauchen, ersticken dann.
So war es wohl auch Mitte August. Als es zu dem Fischsterben kam, lag die Wassertemperatur im Probstsee nach Auskunft der Stadt bei 29 Grad. Inzwischen sei sie auf unter 20 Grad gesunken. Die Lage hat sich damit stabilisiert. Dennoch messen Mitarbeiter der Stadtverwaltung regelmäßig den Sauerstoffgehalt im Wasser.
Es war nicht das erste Mal, dass es in einer heißen Wetterphase zu einem massenhaften Fischsterben im Probstsee gekommen ist. Der Anglerverein Möhringen, der das Gewässer gepachtet hat, fordert die Stadt daher zum Handeln auf. Die Stadtverwaltung weist jedoch daraufhin, dass der Probstsee ein Naturdenkmal sei. Weitergehende Maßnahmen seien daher schwierig. „Dennoch werden wir in Zusammenarbeit mit den zuständigen Naturschutzbehörden Möglichkeiten suchen, um die Situation etwas zu verbessern“, heißt es in der Stellungnahme der Stadt.