Profigolfer Stefan Wiedergrün Grün ist die Hoffnung

Von Nathalie Mainka 


Stefan Wiedergrün ist durch einen Zufall zum Golfsport gekommen. Als Zehnjähriger verbrachte er mit seinen Eltern den Familienurlaub in Schweden. Der Vater hatte eine Trainerstunde gebucht, sich davor aber verletzt. Der Sohn sprang ein und war begeistert. Der schwedische Trainer erkannte gleich sein Talent und empfahl ihm, auf jeden Fall dranzubleiben.

1996 trat Wiedergrün in den Stuttgarter Golf-Club ein. Bezahlbar für die Familie, da der Club Jugendtarife anbietet und die Kosten für Training - der Landestrainer Tobias Heim ist vor Ort - und Turniere übernahm. Die Mutter spielte Chauffeur. Vor acht Jahren ist sie gestorben. "Sie wollte immer, dass ich nach Amerika gehe", sagt Stefan Wiedergrün.

In der Schule war er ein Außenseiter


In der Schule packten die Klassenkameraden alle Klischees aus, als sie hörten, dass Stefan Wiedergrün Golf spielt. "Altherrensportler", hänselten sie ihn. Wenn er für Turniere freigestellt wurde, hieß es: "Ach ja, der macht schon wieder Urlaub in Spanien." Während andere Fußball oder Handball spielten, schlug er auf der Übungswiese körbeweise Bälle. "Ich war schon ein Außenseiter, aber das hat mich nie groß gestört", sagt er. "Die meisten konnten sich eben nicht vorstellen, was ich mache."

Rasch verbesserte Wiedergrün sein Handicap, ein Indikator für die Spielstärke eines Golfsportlers. Er schaffte auf Anhieb den Sprung in den baden-württembergischen Landeskader, 2002 den in den Nationalkader der Jungen. Er führte die deutsche Rangliste an, gewann unter anderem die British Boy Championship auf dem traditionsreichen schottischen Carnoustie Golf Course, wurde Deutscher Mannschaftsmeister, Dritter in der Einzelwertung. Ein Jahr später folgte der Wechsel ins Nationalteam. Stefan Wiedergrün spielte unter anderem mit Martin Kaymer, der mittlerweile das Aushängeschild des deutschen Golfsports ist und sich unter den Top Ten der Weltrangliste etabliert hat.