Programmchef Fleischhauer hat gekündigt Das „Gesicht von Regio TV“ geht

Von Uwe Bogen 

Unterschiedliche Auffassungen über die Strategie von Regio TV sollen der Grund sein: Chris Fleischhauer hat gegenüber unserer Zeitung bestätigt, dass er als Programmchef des Senders zum 1. Oktober aufhört.

Chris Fleischhauer (links)  und sein Lebensgefährte Steffen Schneider Foto: Schneider
Chris Fleischhauer (links) und sein Lebensgefährte Steffen Schneider Foto: Schneider

Stuttgart. - Chris Fleischhauer, Programmchef von Regio TV Böblingen/Stuttgart, hört nach zehn Jahren als Nummer zwei des regionalen Fernsehsenders auf. Der 34-Jährige bestätigte gegenüber unserer Zeitung, dass er im Medienzentrum Römerkastell zum 1. Oktober „auf eigenen Wunsch“ gekündigt habe. Als erste männliche „Lotto-Fee“ wird er aber unter der Verantwortung des Saarländischen Rundfunks weiterhin im Internet die Ziehung der Zahlen moderieren – sein Vertrag geht bis Sommer 2017.

In der Branche heißt es, dass es zwischen der Geschäftsführung und ihm unterschiedliche Auffassungen über die Ausrichtung des Senders gibt. Nach kaufmännischer Ausbildung war der gebürtige Querfurter (Sachsen-Anhalt) 2006 als Volontär zu dem Sender gekommen und rasch zum „Gesicht von Regio TV“ geworden. Mit seinem Lebensgefährten Steffen Schneiderführt Fleischhauer, den das Magazin „blu“ zu den „einflussreichsten schwulen Männern in Deutschland“ zählt, die Onlinefirma GentsBox, die jeden Monat in einem Päckchen Modeaccessoires an ihre Abonnenten verschickt.

Dank seiner kaufmännischen Ausbildung kann er sich vorstellen, in Zukunft auch abseits der Kamera tätig zu sein. Bis Sommer 2017 wird er samstags in einem Studio in Saarbrücken die Lotto-Ziehung moderieren. Weil er wegen überhöhter Geschwindigkeit den Führerschein verloren hat, auf den er bis zum 18. Mai verzichten muss, lässt er sich gerade von seinem Partner nach Saarbrücken fahren oder nutzt die Bahn. Über seine Erfahrungen mit öffentlichen Verkehrsmitteln führt er bei Facebook ein Tagebuch. Seine erste Bilanz ist überwiegend positiv. „Was sitze ich sonst fluchend im Auto und rege mich über den täglichen Stau und unfähige Autofahrer auf“, hat er notiert, „nun aber komme ich mit der Stadtbahn in Ruhe an.“

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