Projekt am Leonberger Klinikum Wie wird eigentlich eine OP organisiert?
Zwei erfahrene Pflegekräfte planen im Leonberger Krankenhaus die Operationen. Was das bringt und was das für die Anästhesisten bedeutet.
Zwei erfahrene Pflegekräfte planen im Leonberger Krankenhaus die Operationen. Was das bringt und was das für die Anästhesisten bedeutet.
Geht es um Operationen, so fällt dem Anästhesisten die zentrale Rolle zu: Er muss entscheiden, welche Art von Betäubung der Patient benötigt, wie hoch die Dosierung ist und wie lange sie anhalten muss. Macht der Narkose-Arzt selbst nur einen kleinen Fehler, kann das gravierende Folgen haben.
kann eventuell geschoben werden? Sehr viel Verantwortung liegt also in den Händen einzelner Personen.
In Leonberg geht man jetzt andere Wege. „Wir haben unser OP-Management neu aufgestellt“, sagt der Krankenhaus-Direktor Michael Beier. „Um die Qualität unserer Operationen langfristig zu sichern und zu erhöhen, haben wir uns überlegt, was den Patienten und dem Personal gut tut. Ein wichtiger Punkt: Der Anästhesist muss sich wieder auf das konzentrieren können, was er am besten kann: die Medizin.“ Beier betont, dass Leonberg ein Akut-Krankenhaus ist, in dem also rund um die Uhr operiert wird. „Umso wichtiger ist, dass für die Ärzte die medizinischen Themen absolute Priorität haben.“
Um das zu ermöglichen, haben zwei erfahrene Pflegekräfte die Organisation der Operationen übernommen. Martha Groß, die Leiterin der Intensivpflege, und Derya Tekim, Teamleiter bei den Operationen, kümmern sich gemeinsam um die tagesaktuelle Koordination der OPs. Von den gibt es in Leonberg täglich bis zu 35.
Um deren Reihenfolge und die medizinischen Notwendigkeiten festzulegen, setzten sich beide immer am Vortag zusammen und checken die OP-Anmeldungen, die aus den einzelnen medizinischen Abteilungen digital bei ihnen eingehen. Martha Groß und Derya Tekim sichten die jeweiligen Diagnosen und legen dann die Dringlichkeit der Operationen fest. Um 15 Uhr steht in der Regel der OP-Plan für den kommenden Tag.
In den meisten Fällen sind es elektive, also geplante, Eingriffe, die nicht an eine feste Zeit gebunden sind. „Die dringenden Fälle kommen natürlich immer zuerst“, sagt Martha Groß, die zuvor 24 Jahre in der Anästhesie im Böblinger Krankenhaus gearbeitet hat. „Unsere Planer sind dabei absolut objektiv“, lobt der Klinik-Direktor Beier das Team. Denn würden Ärzte die OP-Reihefolge festlegen, sei zumindest nicht auszuschließen, dass diese ihre eigenen Fälle bevorzugen könnten.
„Kommt ein Notfall rein, der sofort versorgt werden muss, können wir einen OP-Saal direkt freimachen“, sagen Groß und Tekim. Dass allerdings wegen eines Notfalls ein schon laufende Operation unterbrochen werden muss, komme „höchst selten“ vor. Im Leonberger Krankenhaus gibt es fünf OP-Säle plus einen Saal für Kaiserschnitt-Entbindungen.
Das neue OP-Management, das vom Team selbst entwickelt wurde, läuft jetzt seit vier Monaten. „Es wird von unseren Chirurgen sehr gut angenommen“, sagt der Klinikchef. Und effizient sei es zudem. „Durch die genauen Planungen sparen wir viel Zeit und sind in der Lage, täglich eine OP mehr zu machen.“