2020 soll erstmals eine Deutsche ins All fliegen. Nicola Baumann, eine der beiden Kandidatinnen, hat nun hingeworfen. Die Meteorologin Insa Thiele-Eich aus Heidelberg ist noch im Rennen.

Bremen - Nicola Baumann hätte womöglich als erste Deutsche ins All fliegen können. Doch jetzt ist die Eurofighter-Pilotin als Kandidatin bei dem privaten Projekt „Astronautin“ ausgestiegen. Dieses will 2020 erstmals eine deutsche Frau zur Internationalen Raumstation (ISS) schicken. „Das kam überraschend“, sagte die Gründerin der Initiative, Claudia Kessler, am Donnerstag der Nachrichtenagentur dpa in Bremen. Ein Rückschlag sei der Ausstieg von Baumann aber nicht. „Die ersten sechs Monate waren als eine Art Probezeit gedacht.“

Nach den Sternen möchte Baumann trotzdem noch greifen. „Ich möchte weiterhin Astronautin werden, aber dieser Weg ist einfach nicht der richtige für mich“, sagte die 32-Jährige dem „Spiegel“. „Die Initiative und ich passen nicht zusammen. Aber es gibt ja zum Glück viele kommerzielle und staatliche Alternativen, und da ich nun schon einmal eine Auswahl bestanden habe und auch das Training bislang sehr gut gelaufen ist, bin ich optimistisch, dass ich den richtigen Weg ins All für mich finden werde.“

Die Organisatoren hatten in einem mehrstufigen Casting nach der „Astronautin“ gesucht. Dabei setzte sich Baumann im April zusammen mit der 34-jährigen Meteorologin Insa Thiele-Eich gegen 400 Bewerberinnen durch. Nach Angaben von Kessler soll nun eine der vier anderen Frauen aus der Endauswahl nachrücken. Voraussichtlich im Januar will die Initiative die neue „Astronautin“ präsentieren, die in den nächsten zwei Jahren für eine Mission im All trainieren soll.

In den vergangenen Monaten hatten Baumann und Thiele-Eich bereits einen Parabelflug in Russland absolviert, um sich auf die Schwerelosigkeit vorzubereiten. Die nächsten Parabelflüge sind im März in Frankreich geplant. Außerdem stehen unter anderem Überlebenstraining, Flugunterricht und Roboterkunde auf dem Ausbildungsprogramm. Für die Ausbildung und den Flug ins All muss die Initiative etwa 50 Millionen Euro einsammeln. „Wir kommen voran“, sagte Kessler. „Ein Großteil des Geldes fehlt aber noch.“