Projekt Brenzkirche im Stuttgarter Norden Brenzkirche soll Bestandteil der Bauausstellung werden

Von Eva Funke 

Für seine Pläne setzt der Förderverein der Kirche auf Austausch mit den Denkmalschützern. Info-Flyer sollen die Bevölkerung über das Gotteshaus informieren.

Hans H. Greuter, präsentiert den Info-Flyer über die Kirche Foto: Eva Funke
Hans H. Greuter, präsentiert den Info-Flyer über die Kirche Foto: Eva Funke

Stuttgart-Nord - Stuttgart-Nord - Fünfmal hat der Förderverein Brenzkirche seit seiner Gründung im vergangenen Sommer getagt. In dieser Zeit ist er von rund 50 auf 80 Mitglieder angewachsen. Mittlerweile hat der Verein auch ein eigenes Logo, das den Grundriss der Brenzkirche abstrahiert. Und mit einem Zuschuss des Bezirksbeirats-Nord von 2500 Euro ist ein Infoblatt in einer Auflage von 8000 Exemplaren gedruckt worden, das dem Gemeindebrief der evangelischen Kirchengemeinde Stuttgart-Nord beiliegt und in einigen Geschäften am Killesberg ausgelegt ist. „Von ihrer Entstehung 1933 über die Arisierung der Kirche im Nationalsozialismus bis heute ist die Geschichte der Brenzkirche in der Broschüre kurz und knapp dokumentiert“, sagt der Schriftführer des Vereins, Hans. H. Greuter.

Kirche solloffenes Gemeindezentrum werden

Das Ziel des Vereins: Nicht die exakte Rekonstruktion des Gotteshauses, wie es in Anlehnung an die Architektur der Weißenhofsiedlung erbaut worden ist, sondern einen Rückbau, der an die ursprüngliche Architektur erinnert, aber auch die Anforderungen der Gegenwart berücksichtigt. Greuter: „Wir haben im Norden keinen Bürgertreffpunkt. Wir stellen uns vor, dass die Brenzkirche ein Raum für Andacht und Ansprache bleibt, aber auch ein offenes Gemeindezentrum wird.“ Da die Brenzkirche als kirchlicher, kultureller und sozialer Ort auch in die Zukunft weisen und Teil der Internationalen Bauausstellung (IBA) 2027 werden soll, muss der Umbau der Kirche bis dahin abgeschlossen sein. „Im nächsten Schritt wollen wir unsere Pläne mit dem Gesamtkirchengemeinderat abstimmen, einen Zeitplan aufstellen und Workshops veranstalten mit dem Ziel, einen Wettbewerb auszuschreiben“, sagt Greuter. Ohne den Denkmalschutz geht allerdings gar nichts. Denn 1983 wurde die während des Dritten Reichs im nationalsozialistischen Baustil umgebaute Kirche unter Denkmalschutz gestellt. „Wir wollen mit den Denkmalschützern nicht streiten, sondern kommunizieren“, versichert Greuter.

Außerdem wirbt der Förderverein um weitere Mitglieder und verteilt Beitrittserklärungen. Abgegeben werden können die beim Pfarramt in der Brenzkirche. Und die Mitglieder wollen eine Website einrichten und mit Plakaten und Buttons werben. Das aber ist noch Zukunftsmusik. „Dafür fehlt uns das Geld“, räumt Greuter ein, denn immerhin sei die Mitgliedschaft in dem Förderverein kostenlos. Noch im Lauf dieses Monats soll der Verein ins Vereinsregister eingetragen werden.

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