Unter dem Titel „Vom Wert der Menschenrechte“ bündelt das Bürgerprojekt Anstifter im November mehr als 160 Veranstaltungen. Die Macher haben ein klares Anliegen.

„Die Leute haben bislang nicht mitbekommen, was da auf uns zukommt.“ Was „Anstifter“ Peter Grohmann so große Sorgen bereitet, vor dem warnte zuletzt auch der ehemalige Bundestagspräsident Wolfgang Schäuble in seiner Rede zum Tag der Deutschen Einheit im Stuttgarter Rathaus: Demnach ist eine der größten Krisen, in der die westliche Welt gegenwärtig steckt, die Krise der Demokratie. Sie verliere zunehmend an Vertrauen, beklagt auch der Gründer des Stuttgarter Bürgerprojekts „Anstifter“ und Kabarettist Peter Grohmann. „Wir haben gesehen, wie schnell Demokratien ins Wanken geraten.“

Was also dagegen tun, dass antidemokratisches Gedankengut auch in Deutschland mitunter bis in die Mitte der bürgerlichen Gesellschaft vorgedrungen ist? Die Antwort der Anstifter heißt: Aufklärung auf allen Ebenen. Eine fast zehnköpfige Projektgruppe um den Kabarettisten hat deshalb nun eine umfangreiche Veranstaltungsreihe auf die Beine gestellt, an der sich im November rund 250 Einrichtungen aus Stuttgart und der Region beteiligen: von A wie der Abteilung Integrationspolitik der Stadt Stuttgart bis Z wie Zeitsprünge Heilbronn.

160 Veranstaltungen stehen auf dem Programm

Die Veranstaltungsreihe mit mehr als 160 Vorträgen, Workshops, Ausstellungen, Theateraufführungen, Gedenkveranstaltungen, Konzerten und Lesungen trägt den Titel „30 Tage im November – Vom Wert der Menschenrechte“ und findet in rund 60 Städten und Gemeinden in der Region Stuttgart und auch darüber hinaus statt. „100 Veranstaltungen sind es alleine in Stuttgart“, so Grohmann am Dienstag bei der Vorstellung des Projekts in der sogenannten Denkmacherei der Anstifter in der Werastraße 10.

Einige der Programmpunkte der Veranstaltungsreihe, die nach aktuellem Stand am 27. Oktober beginnen und am 4. Dezember enden soll, hätten allerdings auch ohne das Anstifter-Projekt stattgefunden und haben sich jetzt der Aktion angeschlossen. So beispielsweise ausgewählte Veranstaltungen der Jüdischen Kulturwochen in Stuttgart vom 7. bis zum 20. November.

Die Anstifter hoffen noch auf Spenden

Im Zentrum der Reihe stehen Veranstaltungen zum Gedenken an den Nationalsozialismus, an Terror und Verfolgung, so die Projektgruppe. „Das Spektrum der Themen geht aber weit darüber hinaus – von Heimat für alle, Gewalt und Rassismus heute über den Boykott der Fußball-WM in Katar bis zum Krieg in der Ukraine.“

Das Projekt wird nach Auskunft der Anstifter von der Stadt Stuttgart mit 10 000 Euro unterstützt. Die Anstifter hoffen zur Finanzierung noch auf weitere Spenden.

Alle Veranstaltungstermine finden sich in einer eigens gedruckten Projektzeitung und im Internet unter: www.30tageimnovember.de.