Projekt für Wilhelma in Stuttgart Erdwärme soll es Elefanten behaglich machen

Von Josef Schunder 

Eine geplante Geothermie-Anlage soll auch die Abwärme vom neuen Rosensteintunnel nutzbar machen. Von den Kosten in Höhe von 685 000 Euro übernimmt der Bund knapp 270 000 Euro.

Der Bau des Rosensteintunnels: In die Innenwände werden Wärmetauscherleitungen gelegt – Teil einer Geothermieanlage, die in der Wilhelma heizen soll. Foto: 7aktuell.de/Andreas Friedrichs
Der Bau des Rosensteintunnels: In die Innenwände werden Wärmetauscherleitungen gelegt – Teil einer Geothermieanlage, die in der Wilhelma heizen soll. Foto: 7aktuell.de/Andreas Friedrichs

Stuttgart - Der Plan der Stadt Stuttgart, der Wilhelma mit Erdwärme und Tunnelabwärme einzuheizen, wird vom Bund unterstützt. Am Freitag ist der Verwaltung ein entsprechender Zuwendungsbescheid über fast 270 000 Euro übergeben worden. Städtebau- und Umweltbürgermeister Peter Pätzold (Grüne) nahm ihn aus den Händen von Rita Schwarzelühr-Sutter, Parlamentarische Staatssekretärin im Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz, Bau und Reaktorsicherheit, entgegen.

Die geplante Geothermie-Anlage wird knapp 690 000 Euro kosten und Wärme für den zoologisch-botanischen Garten liefern, beispielsweise zum Beheizen des künftigen neuen Elefantenhauses. Dank der Förderung durch den Bund dürfte sie sich binnen zwölf Jahren amortisieren, glaubt man im Amt für Umweltschutz.

Bundesministerium sieht Fördergeld gut angelegt

Die Anlage entsteht mit dem Rosenstein-Straßentunnel, der den Rosensteinpark und die Wilhelma auf einer Länge von etwa 1300 Metern unterqueren wird. In der Tunnelinnenschale werden – ähnlich wie bei Fußbodenheizungen – Wärmetauscherleitungen verlegt. Die Anlage nimmt die Abwärme der Tunnelbetriebstechnik und des Autoverkehrs auf, ebenso die Wärme im Boden, und überträgt sie im Winter an das Wasser der Wärmetauscherleitungen. Mit einer Wärmepumpe wird dann ein nutzbares Temperaturniveau erreicht und für das Heizen in der Wilhelma genutzt. Im Sommer soll überschüssige Wärmeenergie in der Erde gespeichert werden. Die Stadtverwaltung erwartet sich davon die Vermeidung von 201 Tonnen Kohlendioxid pro Jahr im Vergleich zu einer herkömmlichen Heizung, also deutlich weniger Emissionen dieses Treibhausgases, zudem die Vermeidung von Staub, Kohlenmonoxid und flüchtigen organischen Kohlenwasserstoffen.

„Die 270 000 Euro aus unserem Umweltinnovationsprogramm sind gut angelegtes Geld“, sagte die Staatssekretärin. Bürgermeister Pätzold bezeichnete die Anlage als wichtigen Beitrag zum Energiekonzept der Stadt. Das Projekt baut auf den Erfahrungen mit einer ähnlichen Anlage im Stadtbahntunnel im Fasanenhof auf, die von der Stuttgarter Straßenbahnen AG gemeinsam mit dem Institut für Geotechnik der Universität Stuttgart als Forschungsanlage realisiert wurde.