Projekt im Wohngebiet Lauchhau-Lauchäcker Schaffe, schaffe, Häusle baue

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Der Treffpunkt Leben lädt in den Faschingsferien dazu ein, das Wohngebiet Lauchhau-Lauchäcker aus Legosteinen nachzubilden.

Mit Legobausteinen lässt sich fast alles bauen. Foto: mauritius-images
Mit Legobausteinen lässt sich fast alles bauen. Foto: mauritius-images

Vaihingen - Die kleinen bunten Steine wecken Erinnerungen. Fast jeder hat in seiner Kindheit mit Lego gebaut – die Jungen vorzugsweise Fahrzeuge und Ritterburgen, die Mädchen eher Puppenhäuser und kleine Reiterhöfe. Mit Lego geht fast alles. Aber ist es auch möglich, ein ganzes Wohngebiet nachzubilden? Das wollen die Menschen im Wohngebiet Lauchhau-Lauchäcker ausprobieren.

Veranstalter ist der Treffpunkt Leben. Er lädt jeden dazu ein, das Haus zu bauen, in dem er wohnt oder in dem er sich engagiert. Unter der Überschrift „3-2-1: Bau Deins“ soll so am Ende die ganze Siedlung im Miniaturformat entstehen: mit den großen Hochhäusern und den kleinen Einfamilienhäusern, dem Bürgerhaus und dem Familienzentrum. Die Kindergartenkinder kommen vorbei, um ihre Einrichtung zusammen zu puzzeln, und auch der Jugendtreff ist eingeladen.

Treffpunkt Leben hat 100 000 Legosteine gekauft

Der Treffpunkt Leben Lauchhau-Lauchäcker ist ein Ableger der Friedenskirche Sindelfingen. Die kleine baptistische Gemeinde hat aktuell etwa 20 Mitglieder und gehört dem Bund Evangelisch-Freikirchlicher Gemeinden an. Sie arbeitet mit in der Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen (ACK Deutschland) und hat Kontakt zur Evangelischen Landeskirche.

Gudrun Casni und Melanie Göb leiten das Projekt. „Wir haben etwa 100 000 bunte Legosteine besorgt“, sagt Casni. Es sind keine Restbestände aus Kindertagen, sondern Neuanschaffungen. „Wir haben immer nach Sonderangeboten geschaut“, sagt Casni. Finanziert hat die kleine Gemeinde die Bausteine unter anderem aus Spenden. Geld gab es auch aus den Spendenaktionen der Stuttgarter Zeitung und der Stuttgarter Nachrichten.

Projekt soll das Wir-Gefühl stärken

Das Projekt hat freilich vor allem einen symbolischen Wert. Es gehe darum, gemeinsam etwas zu gestalten, um Kreativität, Teamwork und das Wir-Gefühl, sagt Casni. „Jeder darf mitbauen“, betont die Projektleiterin. Kinder unter acht Jahren müssen allerdings von einem Erwachsenen begleitet werden. Familien mit kleinen Kindern können am Familientisch bauen. Wer älter ist, darf auch allein bauen.

Seit zwei Jahren leitet Casni zudem den Seniorennachmittag im Bürgerhaus. Darum hofft sie, dass auch viele ältere Menschen ins Bürgerhaus kommen.

Der Eintritt ist kostenfrei. Allerdings muss jeder ein Legomännchen mitbringen. Das darf gern individuell gestaltet sein. Auch dahinter steckt Symbolik. „Der Stadtteil lebt schließlich von den Bewohnern, die ihn gestalten“, sagt Gudrun Casni.

Ein Fotoshooting geht dem Abriss voraus

Gebaut wird donnerstags bis samstags, 2. bis 4. März, jeweils von 14 bis 18 Uhr im Bürgerhaus an der Meluner Straße 12. Am Freitag gibt es von 18 bis 21 Uhr eine Spätschicht. Diese richtet sich vor allem an Berufstätige. Am Samstag steht von 10 Uhr an eine Frühschicht auf dem Programm. Parrallel bietet der Treffpunkt Leben an jedem Veranstaltungstag von 14 bis 18 Uhr eine „Coffee Bar“ an. Jeweils um 15.45 Uhr ist Vesperpause mit einem Impuls und Geschichten aus der Bibel zum Thema Bauen.

Für den Sonntag, 5. März, plant der Treffpunkt Leben ein Abschlussfest mit einer Ausstellung. Los geht es um 10 Uhr. Die Veranstalter zeichnen die besten Baumeister aus. Von 12.30 Uhr an gibt es auf dem Bürgerhaus-Vorplatz Pizza. Und dann? „Dann machen wir ganz viele Fotos, bevor wir alles Stein für Stein wieder abbauen“, sagt Casni.

Irgendwann wollen sie und ihre Mitstreiter die Legosteine aber wieder rausholen für neue, gemeinsame Projekte. Der Treffpunkt Leben will die vielen kleinen, bunten Plastikteile zudem Kindergärten und Schulen zur Verfügung stellen.

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