Projekt in Ludwigsburg Wer zahlt die Riesenrutsche durch die Weinberge?
Ein neuer Wein-Wanderweg in den Ludwigsburger Steillagen ist eröffnet, doch die Stadt stößt an finanzielle Grenzen. Für den Ausbau werden dringend Unterstützer gesucht.
Ein neuer Wein-Wanderweg in den Ludwigsburger Steillagen ist eröffnet, doch die Stadt stößt an finanzielle Grenzen. Für den Ausbau werden dringend Unterstützer gesucht.
Ach, was könnte man in den Steillagen in und bei Ludwigsburg nicht alles bauen, wenn nur das nötige Kleingeld da wäre? Grillplätze, Sitzbänke, Aussichtspunkte, eine Riesenrutsche... Doch immer langsam. Mit einem neuen Wengertweg zwischen Neckarweihingen und Poppenweiler ist zumindest einmal ein Anfang gemacht.
Der Weg ist übrigens in diesem Falle ein Wäg. Also der WengertWäg, so zumindest sein offizieller Name. Die noch vor Jahren so gescholtene The-Länd-Kampagne des Landes Baden-Württemberg scheint sich also so langsam durchzusetzen.
Beim WengertWäg also – ohne „the“ – hat das Land allerdings nicht die Finger im Spiel. Der Wander- und Informationsweg ist ein Projekt der Stadt Ludwigsburg, sie will damit die terrassierten Weinbergsteillagen erlebbar machen, wie Bürgermeister Sebastian Mannl bei einer kleinen Eröffnungstour deutlich machte.
Auf einem Rundweg von vier Kilometern wurden in einem ersten Aufschlag 16 Tafeln installiert. Sie thematisieren die Geschichte des Weinbaus, die Arbeit der Wengerter sowie Flora und Fauna in den Steillagen. Möglich gemacht hatte dies der Lions Club Ludwigsburg-Monrepos mit einer Spende in Höhe von 15.000 Euro.
Geplant ist, den Weg irgendwann einmal auf zwölf Kilometer zu verlängern und ihn in einer Art Acht über Hoheneck und Benningen weiterzuführen. Aber das ist noch Zukunftsmusik, ebenso wie der weitere Ausbau des jetzt bestehenden Weges mit Spielstationen, Rastplätzen und Querungen durch die Steillagen.
Zwar gibt es bereits eine entsprechende Förderzusage des Verbands Region Stuttgart über 270.000 Euro, nur müsste dieser Betrag auch vonseiten der Stadt Ludwigsburg fließen. Das ist aber aufgrund der aktuellen Finanzlage nicht möglich. Die Stadt sucht deshalb nach Sponsoren für einzelne Bausteine entlang des WengertWägs – vom Bänkle bis zum Weinausschank.
„Wir haben eine sehr umfangreiche Ideensammlung“, so Sebastian Mannl. Hintergrund sei, dass „das große Thema Steillagen uns als Stadt sehr beschäftigt, weil es darum geht, dieses kulturelle Erbe am Leben zu erhalten“.
Und das funktioniere nur über mehrere Standbeine. Eines davon sei zum Beispiel das Projekt Heldenschmiede, bei dem Interessierte für die Arbeit im Wengert ausgebildet werden. Sie können sich dann um Steillagen-Stückle kümmern, die sonst aufgegeben werden würden.
Ein Aspekt soll aber auch sein, den Bewohnern des Landkreises die Steillagen näher zu bringen. Ein Spaziergang auf dem neuen WengertWäg durch die schöne Landschaft mit atemberaubenden Blick auf den Neckar gehört da dazu.
Der etwa vier Kilometer lange Rundweg startet in den Weinbergen bei Neckarweihingen und verläuft in Richtung Poppenweiler. Eine Parkmöglichkeit besteht am Parkplatz Nussbäumle an der Lechtstraße. Von dort gelangt man über die Straße und geradeaus über den Feldweg an den oberen Rand der Steillagen. Ab hier weisen die neuen Schilder den Wäg.