Projekt in Mundelsheim Rebpatenschaft hilft, Steillagen zu erhalten
Seit mehr als zehn Jahren schafft die Rebpatenschaft mit Weinstöcken in der Steillage Mundelsheimer Käsberg Identifikation mit Wein und Region. Jetzt wurde das Konzept überarbeitet.
Seit mehr als zehn Jahren schafft die Rebpatenschaft mit Weinstöcken in der Steillage Mundelsheimer Käsberg Identifikation mit Wein und Region. Jetzt wurde das Konzept überarbeitet.
„Wir lieben dieses Panorama“, schwärmt Wolfgang Ulshöfer und seine Ehefrau Kerstin Anna nickt bestätigend. Vom Wengerthäusle des Weinguts Herzog-von-Württemberg aus hat man einen atemberaubenden Blick über die Steillagen des Mundelsheimer Käsbergs sowie die Neckarschleife. Der Oberstudiendirektor a.D. aus Bietigheim-Bissingen ist einer von rund 50 Rebpaten und kommt mit seiner Ehefrau regelmäßig nach Mundelsheim(Kreis Ludwigsburg), um „seinen“ Rebstock zu besuchen, wenige Schritte vom Königsgshäusle entfernt.
Auf die Schiefertafel, welche seinen Namen trägt, ist Wolfgang Ulshöfer mächtig stolz. Strahlend erzählt er: „Das ist schon meine zweite Rebpatenschaft.“ Die erste bekam er 2021 von seinem Sohn zum 60. Geburtstag geschenkt. Der Trollinger Erste Lage, für dessen Rebe die Patenschaft ausgestellt war, ist der Lieblingswein des Ehepaars.
Das genussfreudige Ehepaar gehört bereits seit vielen vielen Jahren zu der überzeugten Stammkundschaft des herzoglichen Weinguts. Dem Ehepaar ist schon immer wichtig, die Region zu stärken. Die Verbundenheit mit dem Ländle und dem herzoglichen Weingut wird durch die neue Syrah-Rebpatenschaft, die ihm Kerstin Anna Ulshöfer zu Weihnachten schenkte, erneut bestätigt und gefestigt. Ein Stück lebendig gewordene Identifikation. Der zunehmend trendige Syrah, ausgebaut in einem gebrauchten Barriquefass, mit seinen aufregenden, in der Nase leicht pfeffrig-würzig anklingenden Noten nach grüner Paprika und dunklen Beerenfrüchten und seinem langen Abgang, treffen genau den Geschmack des Beschenkten.
Das begeisterte Ehepaar genießt auch die gesellschaftlichen Ereignisse, die mit der zweijährigen Rebpatenschaft verbunden sind. Bis vor zwei Jahren gehörte dazu der Weinerlebnistag im Königshäusle mit den damals weit mehr als 200 Weinpaten. „Die Rebpatenschaften als ein Identifikation schaffender Weg zur Kundenbindung gibt es seit mehr als zehn Jahren. Mit dem Mundelsheimer Käsberg haben wir unter unseren drei exklusiven Steillagen die mit der grandiosesten Aussicht gewählt. Das Konzept dafür haben wir nach einem Pausejahr Ende letzten Jahres überarbeitet und neu gestaltet“, berichtet der Weingutleiter Joachim Fischer.
Obwohl der klassische Trollinger Erste Lage Mundelsheimer Käsberg nach wie vor der wohl bedeutendste Trollinger im Anbaugebiet ist, gehe der aktuelle Trend im Kundeninteresse mehr zu den neueren Rebsorten. Die Syrahtraube, ursprünglich an der Rhône beheimatet, findet auf dem steinigen Muschelkalkboden am Neckar ähnliche Wachstumsbedingungen. „Unsere Rebpaten können an einer unserer Weinproben teilnehmen, die wir jeden ersten Freitag im Monat und auf Grund der hohen Nachfrage möglichst noch öfter anbieten“, sagt Caroline Unkel, zuständig für Marketing und Vertrieb und Betreuerin der Rebpatenschaften, eine weitere Veränderung. Doch die jeweils zweijährigen Rebpaten erhalten neben einer von Herzog Michael von Württemberg persönlich unterschriebenen Urkunde, dem Namensschild am Paten-Rebstock und der individuell nach dem eigenen Terminkalender buchbaren Exklusiv-Weinprobe weitere Bonbons. „Sie erhalten als Geschenk auch eine vom Herzog handsignierte Flasche Wein aus unter anderem Trauben von ihrem Rebstock“, sagt Joachim Fischer.
Außerdem gibt es zwei Gutscheine für je ein Glas Wein bei den Wein-After-Work-Partys, die seit drei Jahren nicht mehr vor dem Weingut, sondern direkt am See von Schloss Monrepos in Ludwigsburg stattfinden. „Eine einmalige Kulisse.“ Beide freuen sich auf die Weinprobe, konnten jedoch erst für Oktober einen freien Termin ergattern. Zudem gebe es noch weitere Veranstaltungen wie die Weinpräsentationen, zu denen der Rebpate regelmäßig eingeladen wird. Was Wolfgang Ulshöfer an der Rebpatenschaft besonders schätzt, ist das Wissen, die Winzer in der Region bei ihrer anspruchsvollen Arbeit zu unterstützen, einen Beitrag zu leisten für die Erhaltung der Kulturreblandschaft mit ihren Steillagen und das Gefühl der besonderen Verbundenheit mit der Region über einen langen Zeitraum hinweg. Joachim Fischer betont: „Die Erhaltung unserer Kulturlandschaft schaffen wir nur gemeinsam, indem die Menschen hier lokal trinken. – Und über Rebpatenschaften.“ Infos gibt es unter www.weingut-wuerttemberg.de
Party am See
Die Wein-After-Work-Party der Domäne Herzog-von-Württemberg direkt am See von Schloss Monrepos findet statt von Mai bis einschließlich September an (fast jedem) Donnerstag von 18 bis 22 Uhr bei jedem Wetter. Der Eintritt ist frei.
Exklusiver Einblick
Angeboten wird eine Weinauswahl aus der Herzogs-Kellerei sowie kleine Snacks. Neu in diesem Jahr ist der exklusive Zugang zur Schloss-Loge des in Privatbesitz befindlichen Schlosses, der Seeterrasse. Von hier aus genießt man einen einzigartigen Blick auf den Monrepossee. Der Eintritt kostet 50 Euro (inklusive Wein und Wasser).