Projekt in Stuttgart-Degerloch Warum die Solarbank auf sich warten lässt

Von Jacqueline Fritsch 

Stuttgart-Degerloch hätte als Pilotbezirk die Chance, eine besondere Sitzbank mitfinanziert zu bekommen. Doch andere Bezirke waren bisher schneller.

In Plieningen macht man mit der Solarbank bisher gute Erfahrungen. Foto: Jacqueline Fritsch
In Plieningen macht man mit der Solarbank bisher gute Erfahrungen. Foto: Jacqueline Fritsch

Degerloch - Die Planungen für eine Solarbank in Degerloch, an der Handys geladen und kostenlos im Internet gesurft werden kann, nehmen Form an. Langsam. Der Bezirksbeirat soll bald darüber beraten, wo genau die sogenannte ibench aufgestellt werden könnte. Für diese Entscheidung wird es jetzt auch höchste Zeit. Denn das Angebot der Stadtwerke Stuttgart, die Solarbank mitzufinanzieren, liegt bereits seit gut einem Jahr vor.

Solarbänke haben sich in Stuttgart bisher nicht wirklich etabliert. Botnang war vor etwa neun Monaten der erste Stadtbezirk, der eine solche Multifunktionssitzbank aufgestellt hat. Finanziert wurde sie dort von den Stadtwerken und der BW-Bank. Auch einzelne Stuttgarter Vereine haben das Angebot der Stadtwerke angenommen, einen Zuschuss für eine Solarbank zu bekommen.

Dieses Privileg hat nicht jeder: Die Verwaltung von Plieningen und Birkach wollte auch eine Solarbank haben, musste die 5700 Euro aber aus eigener Tasche bezahlen. Als Pilotbezirke, die auf Wunsch einen Zuschuss der Stadtwerke bekommen, waren lediglich Botnang, Stuttgart-West, Feuerbach und Degerloch ausgewählt – nur Botnang hat bisher zugegriffen. Für Plieningen habe sich die eigene Investition gelohnt. Die Bank am Bezirksrathaus werde rege genutzt, sagt die Bezirksvorsteherin Andrea Lindel.

Im Bezirksamt in Stuttgart-Degerloch hat sich vieles getan

Bis es die Idee für eine Solarbank nach Degerloch geschafft hat, hat es indes etwas gedauert. Denn: Im Bezirksrathaus ist einiges passiert: Marco-Oliver Luz hat den Posten der ehemaligen Bezirksvorsteherin Brigitte Kunath-Scheffold übernommen, Sitzungen mussten aufgrund der Corona-Pandemie ausfallen, und letztlich ist der Bezirksvorsteher selbst an Corona erkrankt. Nun sei die Diskussion um einen passenden Standort für die Bank aber fest für die nächste Bezirksbeiratssitzung eingeplant. „Nachdem aus den anderen Stadtbezirken überwiegend positive Erfahrungen von den Solarbänken berichtet werden, stehen wir dem Projekt durchweg positiv gegenüber“, sagt Luz. Es kommt also langsam Schwung in die Sache.

Eine ibench kann Solarenergie speichern und damit Smartphones über Kabel und Induktion aufladen. Die meisten sind in der Lage, einen WLAN-Hotspot zu erzeugen, der etwa bis zu zehn Meter rund um die Sitzbank eine kostenlose Internetverbindung zur Verfügung stellt. Bestimmte Modelle können sogar E-Bikes und E-Scooter aufladen.

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