Verkehrsprojekt in Stuttgart Straßenbau für Nord-Süd-Straße fällt viel teurer aus

Der Ausbau der Nord-Süd-Straße wurde teurer als gedacht. Foto: Lichtgut/Julian Rettig
Der Ausbau der Nord-Süd-Straße wurde teurer als gedacht. Foto: Lichtgut/Julian Rettig

Der Vollanschluss der Breitwiesenstraße in Stuttgart-Möhringen sorgt für Verdruss bei einigen Stadträten. Das Bauvorhaben bleibt nicht im Kostenrahmen. Der Tiefbauamtsleiter erklärt, warum das so ist.

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Stuttgart - Satte Mehrkosten für ein Straßenbauprojekt haben im Stuttgarter Rathaus wieder Fragen aufgeworfen und kommunalpolitische Wunden aufgerissen. Die Grünen zeigten sich im Technik-Ausschuss enttäuscht, dass eine Maßnahme am Rande des Gewerbegebietes Möhringen/Vaihingen gleich um 692 000 Euro teurer ausgefallen ist als geplant. Es handelt sich um den Vollanschluss der Breitwiesenstraße, die in diesem Gewerbegebiet verläuft, an die Nord-Süd-Straße, die zwischen der Autobahn 8 und der B 14 beim Johannesgraben in Vaihingen verläuft. Das ist politisch schwieriges Terrain.

Vollanschluss kostet jetzt 2,6 Millionen Euro

Der Bau eines kompletten, für alle Fahrbeziehungen benützbaren Vollanschlusses verteuerte sich von 1,9 auf 2,6 Millionen Euro. Das störte nicht nur die Grünen, sondern auch den Finanzbürgermeister Thomas Fuhrmann (CDU). Sein Referat richtete die Aufforderung an das Tiefbauamt, das zum Geschäftskreis von Technik-Bürgermeister Dirk Thürnau (SPD) zählt: Man möge künftig doch bitte ein „konsequentes Kostencontrolling zur Einhaltung der Gesamtkosten umsetzen“.

Tiefbauamtsleiter wirbt um Verständnis

Die Grünen meinten auch, so etwas dürfe sich nicht wiederholen. Ihre Stadträte hatten sich bei der Abstimmung über den Vollanschluss, der bis Ende 2019 gebaut wurde, seinerzeit enthalten, wiewohl sie den seit Jahren diskutierten Ausbau der kompletten Nord-Süd-Straße auf vier Spuren ablehnen. Tiefbauamtsleiter Jürgen Mutz warb um Verständnis: Bei der Planung kenne man nicht die tatsächlichen Verhältnisse im Boden. Man müsse sich auf den Augenschein und vorhandene Planunterlagen verlassen. Es habe Abweichungen bei Leitungen und erhöhten Aufwand bei Fundamenten von Ampeln und Wegweisern sowie höhere Planungskosten gegeben. Auch habe man viel tun müssen, um den Verkehrsfluss aufrechtzuerhalten.

Die Reaktion des Finanzreferats bei der Mitzeichnung der Mitteilungsvorlage nannte er „für uns hart“. Die Stadträte nahmen von der Mitteilungsvorlage Kenntnis – auch die Grünen.




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