Projekt in Stuttgart-Münster Abfallwirtschaft plant Neubau statt Anbau

Von Sebastian Gall 

Trotz der Proteste aus dem Bezirksbeirat wird ein Teil des AWS-Standortes Türlenstraße in die Burgholzstraße nach Münster verlagert. Dort soll neu gebaut werden.

Am AWS-Standort in der Burgholzstraße wird neu gebaut. Foto: Gökalp
Am AWS-Standort in der Burgholzstraße wird neu gebaut. Foto: Gökalp

Münster - Der Eigenbetrieb Abfallwirtschaft Stuttgart (AWS) muss seinen Standort in der Türlenstraße aufgeben. Nach langer Suche fanden die AWS-Verantwortlichen folgende Lösung: 75 Prozent des Betriebshofs werden in Wangen angesiedelt, der Rest wird nach Münster in die Burgholzstraße verlegt. Zwar hatte der Bezirksbeirat Münster schon zweimal gegen die Ansiedelung gestimmt, hatte sie jedoch nicht verhindern können. Der Gemeinderat stimmte für das Vorhaben.

Nachdem lange Zeit über einen Anbau an die bereits vorhandenen Gebäude in der Burgholzstraße diskutiert wurde, steht nun endgültig fest: „Es wird Neubauten geben“, sagte Thomas Heß, Geschäftsführer der AWS, in der jüngsten Sitzung des Bezirksbeirates. Der Grund: Eine Machbarkeitsstudie habe ergeben, dass mehr Räume als ursprünglich geplant benötigt werden. Vor allem für die Administration, zum Beispiel für die Verwaltungs-Server, brauche es Platz. „Ein Anbau ist einfach nicht realisierbar und Abriss und Neubau an der Burgholzstraße sind sogar billiger“, sagte Thomas Heß. Die Kosten dafür belaufen sich auf 11,4 Millionen Euro, wohingegen der Umbau der Bestandsgebäude mit 12,5 Millionen Euro zu Buche geschlagen hätte.

AWS sieht viele Vorteile

Nun sind ein mehrgeschossiges Verwaltungsgebäude und eine Parkhalle für die Müllfahrzeuge geplant. Dabei wird die Parkhalle wie eine Art Carport ohne verschließbare Tore konzipiert. Diese Art der Unterbringung der Fahrzeuge bietet laut AWS einige Vorteile. „Die Fahrzeuge müssen nicht rangieren. Der Piepston beim Zurücksetzen entfällt dadurch. Zusammen mit der torlosen Unterbringung entsteht so weniger Lärm“, sagte Roland Witzigmann, der zuständige Projektingenieur bei der AWS. Bevor mit dem Bau begonnen werden kann, müssen jetzt noch drei Gutachten bestanden werden. Zum einen wird geprüft, wie sich der Neubau auf die Verkehrsbelastung an der Kreuzung Burgholz-/Löwentorstraße auswirkt. Zum anderen wird eine Prüfung der Schall- und Geruchsemissionen stattfinden. Sollten alle drei Tests positiv ausfallen, kann mit dem Bau begonnen werden.

Verkehrsaufkommen hinterfragt

Wie schon in den vorherigen Sitzungen gab es auch dieses Mal wieder Proteste aus dem Bezirksbeirat. Generell wird die Verlagerung immer noch parteiübergreifend abgelehnt. Dietmar Bulat (SPD) fürchtet eine Zentralisierung der Entsorgung von Müll und anderen Wertstoffen in Münster. In eine ähnliche Kerbe schlug Rene Hildebrandt (CDU). Er mokierte, dass viel auf die Menschen in Münster einprassele, vor allem mit dem zunehmenden Lastwagen-Verkehr. Die gleiche Kritik übte Jörg Sailer (Freie Wähler). Die letztlich Abstimmung wurde deshalb geteilt: Im ersten Teil lehnte der Bezirksbeirat die Verlagerung immer noch einstimmig ab. Die Pläne für den Neubau wurden allerdings einstimmig für gut befunden. Mit auf den Weg gegeben wurde der AWS noch einmal die Prüfung ihrer Zahlen zum Verkehrsaufkommen an der Burgholzstraße (diese waren von 2012) sowie die Prüfung der Lärmemissionen. Auch eine Taktung der Ausfahrten der Müllfahrzeuge, um die Verkehrsbelastung zu minimieren, soll untersucht werden.

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