Projekt in Stuttgart-Wangen Weichenstellung für den Kita-Neubau

Von Elke Hauptmann 

Die gemeinderätlichen Gremien sollen in diesen Tagen den Bau der Kindertagesstätte Jägerhalde 83 auf den Weg bringen. Mit den Arbeiten könnte im März 2019 begonnen werden, die Fertigstellung ist Ende 2020 geplant.

Das städtische Grundstück Jägerhalde 83 soll ab nächstem Frühjahr bebaut werden. Hier entsteht eine Kindertagesstätte für 55 Jungen und Mädchen. Foto: Elke Hauptmann
Das städtische Grundstück Jägerhalde 83 soll ab nächstem Frühjahr bebaut werden. Hier entsteht eine Kindertagesstätte für 55 Jungen und Mädchen. Foto: Elke Hauptmann

Wangen - Es ist der Monat der Entscheidungen für das in Wangen nicht ganz unumstrittene Projekt: Die gemeinderätlichen Ausschüsse sowie die Vollversammlung sollen im Oktober den Baubeschluss für die Kindertagesstätte Jägerhalde 83 fassen. Nachdem der Ausschuss für Wirtschaft und Wohnen am vergangenen Freitag die Pläne absegnete, hat gestern der Ausschuss für Umwelt und Technik darüber befunden, heute wird im Verwaltungsausschuss abgestimmt. Der Gemeinderat soll am 25. Oktober dann endgültig grünes Licht geben.

Die Zustimmung gilt als sicher – angesichts des Betreuungsbedarfs im Stadtbezirk hatten sich die Gremien bereits im Sommer vergangenen Jahres im Grundsatz für den Neubau ausgesprochen. Damals allerdings ist man noch von Baukosten in Höhe von knapp 3,5 Millionen Euro ausgegangen, jetzt werden sie auf rund 4,52 Millionen Euro beziffert. Darin enthalten sind auch 356 000 Euro für die Außenanlagen sowie weitere 100 000 Euro für die Kita-Einrichtung. Die Mehrkosten in Millionenhöhe zu stemmen, ist für die Stadt offenbar kein Problem: Sie sollen aus noch freien Restmitteln der Kita-Ausbau-Programme 2010 bis 2020 finanziert werden. Für die Baumaßnahme werden darüber hinaus Fördermittel aus dem Investitionsprogramm des Bundes beantragt.

Platz für 55 Kinder

Eigentlich sollten die Arbeiten auf dem städtischen Hanggrundstück am Ende der Jägerhalde längst begonnen haben – 13 Bäume wurden für den Neubau schon gefällt. Doch das Vorhaben verzögerte sich. Wie berichtet, musste das Hochbauamt zentrale Bauleistungen, zum Beispiel für Erdaushub und Pfahlgründung, für Rohbauarbeiten, für die Fassade aus Stahlbeton-Fertigteilen sowie für die Wasser- und Abwasserinstallation, ein zweites Mal öffentlich ausschreiben, weil im ersten Durchgang „keine annehmbaren Angebote“ vorlagen. Wenn der Gemeinderat am 25. Oktober endgültig seine Zustimmung erteilt, könnten die Bauarbeiten voraussichtlich im März 2019 beginnen. „Die Übergabe des fertigen Gebäudes ist nach 18-monatiger Bauzeit im Herbst 2020 geplant“, teilt Technikbürgermeister Dirk Thürnau in der Beschlussvorlage mit. In der Einrichtung sollen rund 55 Kinder im Alter von null bis sechs Jahren von insgesamt 14 Mitarbeitern betreut werden. Zwei der insgesamt vier Gruppen sind für 0- bis 3-Jährige vorgesehen. Ob die Stadt selbst künftig den Betrieb übernimmt oder eine andere Institution, ist noch offen. Das Jugendamt beabsichtigt, ein Trägerauswahlverfahren durchzuführen.

Photovoltaikanlage geplant

Die Stuttgarter Architekten Elke Reichel und Peter Schlaier haben ein zweigeschossiges Gebäude mit mehr als 700 Quadratmetern Nutzfläche entworfen, dass sich harmonisch in die Landschaft einfügen soll. Das Konzept leitet sich aus der Typografie ab: Der Höhenunterschied auf dem Grundstück vom tiefsten Punkt am Wendeplatz der Jägerhalde zum höchsten Punkt beträgt etwa 13 Meter. Die Lage am Hang macht zugleich auch aufwendige Pfahlgründungen erforderlich. Alle Aufenthaltsräume erhalten einen ebenerdigen Ausgang ins Freie, ein Teil der Dachflächen werden als begehbare Spielflächen angelegt. Der Rest wird begrünt und für die Nutzung einer Photovoltaikanlage vorbereitet. Einer entsprechenden Untersuchung zufolge wäre diese machbar. Die Kosten für die Planung und Ausführung seien im Budget nicht enthalten, so Thürnau. Mit dem Amt für Umweltschutz sei abgestimmt, die Anlage aus Contracting-Mitteln zu finanzieren. Energetisch wird das Gebäude modernsten Anforderungen entsprechen. Vorgesehen sind unter anderem ein hocheffizienter Wärmeschutz sowie eine zentrale Belüftungsanlage mit Wärmerückgewinnung. Als Ausgleich für die gefällten Bäume sollen auf dem Gelände übrigens 18 neue Bäume nachgepflanzt werden.

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