Projekte auf der Filderebene Wer etwas vom städtischen Geld abbekommt

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Seit Kurzem steht fest, wer vom nächsten Etat profitiert. Millionenbeträge gehen an Schulen, zudem wird geprüft, ob eine dritte Eishalle auf der Waldau gebaut werden kann. Wer bekommt noch ein Stück vom Kuchen ab?

Schulen und Kindergärten dürfen sich freuen: Für ihren Ausbau hat der Gemeinderat viel Geld bewilligt. Foto: Symbolbild: dpa//Patrick Seeger
Schulen und Kindergärten dürfen sich freuen: Für ihren Ausbau hat der Gemeinderat viel Geld bewilligt. Foto: Symbolbild: dpa//Patrick Seeger

Filder - Insgesamt umfasst der Doppelhaushalt für die Jahre 2020 und 2021 8,1 Milliarden Euro. Viel Geld ist für die Sanierung von Schulen und für den Ausbau der Kinderbetreuung vorgesehen. Auch der Sport kommt im Haushalt nicht zu kurz. Hohe Summen steckt die Stadt in einige Projekte und Machbarkeitsstudien in den Stuttgarter Filderbezirken. Im Folgenden haben wir einige Beispiele aufgelistet.

Stadt investiert in Schulen

13,3 Millionen Euro stellt die Stadt für die Erweiterung des Wilhelms-Gymnasiums in Degerloch zur Verfügung. Das Geld ist für den Neubau des Bereichs Naturwissenschaften und Technik. Fast genauso viel, nämlich zwölf Millionen Euro, sind im Haushalt für den Umbau und die Erweiterung der Anne-Frank-Gemeinschaftsschule in Möhringen eingestellt. „Darüber freuen wir uns sehr“, sagt der stellvertretende Rektor Ulrich Mittnacht. Auf die Erweiterung warte die Schule schon seit Jahren.

Schon als die Möhringer Schule noch eine Realschule war, habe der Bedarf den vorhandenen Platz überschritten. Seit 2014 ist die Anne-Frank eine Gemeinschaftsschule, „und mit dem Ausbau des Ganztags brauchten wir noch mehr Raum“, sagt Mittnacht. Im Erweiterungsbau sollen nicht nur Klassenräume, sondern auch Besprechungs- und Rückzugsräume realisiert werden, „vielleicht sogar eine kleine Bücherei“, sagt Mittnacht. Das stehe allerdings noch nicht fest. „Wir hoffen jedenfalls, dass die Bauarbeiten in den nächsten Jahren umgesetzt werden“, sagt der stellvertretende Rektor.

Zudem haben die Stadträte zusätzliche Mittel in Höhe von etwa 20 Millionen Euro für dringend notwendige Schulsanierungen im gesamten Stadtgebiet beschlossen. Der Gemeinderat will zudem die Digitalisierung der Schulen weiter ausbauen und das Ganztagsangebot verbessern. Außerdem sollen die Betreuungsangebote an sonderpädagogischen Bildungs- und Beratungszentren ausgeweitet werden. Dafür werden jährlich 540 700 Euro zur Verfügung gestellt.

Auch die Kleinsten profitieren

Zusätzlich zu den Schulsanierungen und -erweiterungen stehen 2,286 Millionen Euro für die Sanierung von Spielplätzen zur Verfügung, etwa für den Waldspielplatz in Dürrlewang und den Spielplatz an der Widmaierstraße in Möhringen. Die Kinderbetreuung soll weiter ausgebaut werden. So werden im Doppelhaushalt in städtischen Kitas und in den Kitas freier Träger 535 zusätzliche Plätze für Null- bis Dreijährige geschaffen, außerdem etwa 880 neue Ganztagsplätze in Einrichtungen für drei- bis sechsjährige Kinder. Für neue Projekte sowie Umstrukturierungen in bestehenden Einrichtungen sind insgesamt 39,6 Millionen Euro vorgesehen.

Freizeit, Sport und Naherholung

Weil Sporthallen in Stuttgart Mangelware sind, stellt der Gemeinderat 300 000 Euro für die Entwicklung einer Hallenkonzeption sowie jährlich 600 000 Euro Planungsmittel für Standortuntersuchungen, Machbarkeitsstudien und Entwurfsplanungen zur Verfügung. 90 000 Euro sind für eine Machbarkeitsstudie für den Bau einer Mehrzweckhalle in Plieningen/Birkach im Gebiet Wolfer vorgesehen.

Eine weitere Machbarkeitsstudie soll prüfen, ob eine dritte Eislaufhalle auf der Waldau gebaut werden kann. 80 000 Euro sind dafür im Haushalt eingestellt. Im Bürgerhaushalt war das Projekt auf Platz 3 gelandet, und auch der Stuttgarter Eishockey-Club (SEC) freut sich über den Beschluss. „Das ist ein sehr wichtiger Schritt für die Zukunft des Eishockeys und des ganzen Eissports in Stuttgart“, wird Christian Ballarin, der Vorsitzende des SEC, in einer Pressemitteilung des Vereins zitiert.

Die Kapazitäten der beiden bestehenden Hallen reichten nicht aus, kritisiert der SEC. Eine dritte Halle sei vor allem für die Jugendarbeit des Vereins wichtig. „Gerade die jungen Jahrgänge und insbesondere die Laufschule erfreuen sich einer zunehmenden Beliebtheit. Die Kinder brauchen aber eine Perspektive, die ihnen erlaubt, Eishockey sowohl als Breiten- als auch als Leistungssport in Stuttgart betreiben zu können. Aktuell verlieren wir zu viele gute Nachwuchsspieler an andere Städte, die bessere Trainingsmöglichkeiten bieten können“, so Jugendleiter Frank Schäuffele.

Für die Waldau ist das nicht alles: Etwa 600 000 Euro sind im Haushalt für den Neubau der Tribüne am Gazi-Stadion vorgesehen. Die Stadt prüft zudem, ob die Bernsteinwiese in Heumaden als Naherholungsgebiet genutzt werden kann. Diese Idee hatte es im Bürgerhaushalt auf Platz 2 geschafft. Der Gemeinderat unterstützt zudem die Geschichtswerkstatt Degerloch mit 14 620 Euro im Jahr 2020 und 8400 Euro in 2021 und bewilligt für das Festival Umsonst & Draußen am Unicampus in Vaihingen 8000 Euro pro Jahr.

Geld für Bauprojekte

In den kommenden Jahren bis 2027 soll auf dem ehemaligen Eiermann-Campus im Westen Vaihingens ein neues Quartier entstehen. Das Projekt ist Teil der Internationalen Bauausstellung IBA. Mit 180 000 Euro pro Jahr bis 2023 bezuschusst der Stuttgarter Gemeinderat ein Zentrum für Start-ups beziehungsweise ein Gründerzentrum auf dem Campus. Auch die Anwohner der Polizeisiedlung können sich freuen: Sie sollen einen lang ersehnten Schutzzaun bekommen, der die Siedlung von den Gleisen an der Böblinger Straße trennt. Etwa 150 000 Euro wird dieser kosten.

Für den Neubau eines Bürger- und Veranstaltungszentrums in Sillenbuch bewilligen die Stadträte im Doppelhaushalt 1,4 Millionen Euro an Planungsmitteln, für den Neubau des Bürgertreffs Degerloch sind Planungsmittel in Höhe von 230 000 Euro vorgesehen.

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