Projekte in Stuttgart-Süd Verkehrskonzept für Marienplatz als Ziel

Unter der Paulinenbrücke wurde viel über das Leben in der Stadt diskutiert. Der Platz ist ein wichtiges Bindeglied für die umliegenden Quartiere – Zukunft offen. Foto:  

Das neue Jugendhaus mit Bibliothek wird sehnsüchtig erwartet, Mobilität ist ein anderes wichtiges Thema. Die Fahrradstraße hat der Tübinger Straße und den Seitenstraßen gut getan.

S-Süd - Verkehr, Handel, Wohnen, Bespielung der großen Plätze – die Einwohner und der Bezirksbeirat im Stuttgarter Süden haben sich in den vergangenen fünf Jahren mit vielen Themen beschäftigt, die typisch sind für die fünf Innenstadtbezirke. Daraus haben sich aber auch fünf Hauptprojekte herauskristallisiert, bei denen gute Fortschritte gemacht wurden.

 

Jugendhaus und Bibliothek

Die größten Veränderungen in Stuttgarter Süden sind rund um den Erwin-Schoettle-Platz sichtbar. Das wohl wichtigste Projekt dort ist der Neubau des Jugendhauses und der Stadtteilbibliothek. Der Rohbau steht weitgehend, die Fertigstellung ist für Ende 2020/Anfang 2021 geplant. Der Eingang zum Jugendhaus soll direkt an der Böblinger Straße sein, das wirklich Neue an dem Projekt ist die sozusagen integrierte Stadtteilbibliothek, an deren Konzept zurzeit noch gearbeitet wird. Das ganze Gebäude soll transparent und offen gestaltet werden; einige Räume sollen auch außerhalb der Öffnungszeiten des Jugendhauses und der Stadtteilbibliothek etwa für Vereine oder andere Gruppen immer zugänglich und nutzbar sein. Das 7,2 Millionen Euro teure Projekt wird im Stuttgarter Süden gerne als Leuchtturmprojekt bezeichnet, durch das auch das Miteinander im Stadtbezirk gefördert werden kann.

Paulinenbrücke und Stadtlücken

Der Platz unter der Paulinenbrücke wird noch bis in die Sommerpause hinein von den Stadtlücken bespielt werden, im Herbst ist dann Schluss. Wenn der Erfahrungsbericht, an dem bereits gearbeitet wird, fertig ist, werden sich die Stadtplaner und die politischen Gremien damit beschäftigen müssen, was aus dieser für die Verbindung der umliegenden Quartiere so wichtigen Fläche einmal wird. „Ich glaube, da ist ganz viel gelungen“, sagt der Bezirksvorsteher Raiko Grieb. Natürlich gebe es auch kritische Stimmen zu den Veranstaltungen unter der Brücke. Aber durch den von den Stadtlücken eingerichteten Runden Tisch sei versucht worden, die Menschen dort zusammenzubringen. Grieb spricht von einem „schönen Prozess“ und ist gespannt auf die Perspektiven für das Areal, die in dem erwähnten Erfahrungsbericht aufgezeigt werden sollen – und die dann auch den neuen Bezirksbeirat im Süden vermutlich nicht nur einmal beschäftigen werden.

Willkommensfest

Das Willkommensfest, das erst vor Kurzem wieder im Rahmen des Maifestes des Handels- und Gewerbevereins (HGDV) auf dem Marienplatz gefeiert wurde, ist etwas Besonderes im Süden und darüber hinaus. Entstanden ist das Fest vor gut fünf Jahren aus der Initiative „Heslach im Blick“. Eine der Arbeitsgruppen hatte sich mit dem Thema Neubürger und wie man sie willkommen heißt beschäftigt. Neu zugezogene Süd-Einwohner bekommen im Bürgerservicezentrum sogenannte Willkommenstüten mit Informationen über den Stadtbezirk, über ganz unterschiedliche Angebote im Bezirk und unter anderem auch zwei gelbe Säcke (und Infos dazu, wo im Süden man die bekommt). Irgendwann gab es dann die Idee für ein Fest, bei dem sich die Mitgliedsunternehmen des HGDV, Verbände, Vereine und Einrichtungen aus dem Süden vorstellen sollten. Die Kopplung an das Maifest des HGDV ergab sich, weil dafür ohnehin eine Fest-Infrastruktur vorhanden war, die mitgenutzt werden konnte. Der bekannte SWR-Moderator Stefan Siller, selbst Süd-Einwohner, moderiert die Veranstaltung ehrenamtlich. In den vergangenen fünf Jahren hat sich das Willkommensfest in Verbindung mit dem Maifest zu einem großen Treffpunkt für alte und neue Süd-Einwohner entwickelt – und auch die Alteingesessenen entdecken dabei immer wieder neue Angebote und Einrichtungen, die sie bisher noch nicht kannten.

Mobilität

Auto-, Fahrrad-, Fußgänger- und Nahverkehr – wie in allen anderen Innenstadtbezirken auch ist Mobilität eines der wichtigen und immer wieder ungelösten Themen in Stuttgart-Süd. Mit einer stabilen Mehrheit im Bezirksbeirat wurde die Fahrradstraße auf der Tübinger Straße auf den Weg gebracht und begleitet. Eben diese Fahrradstraße hat nach Einschätzung des Bezirksvorstehers wesentlich zur positiven Entwicklung nicht nur der Tübinger Straße selbst, sondern auch der Seitenstraßen bei getragen. „Mit dem Auto fährt man nur durch, mit dem Fahrrad hält man auch einmal an.“ Ein weiterer Schwerpunkt beim Thema Mobilität wurde auf die Fußgänger mit einem besonderen Fokus auf Familien und Kinder gelegt. Es gab einen Fußverkehrscheck mit Schülern der Lerchenrainschule, die den Planern ganz andere Perspektiven in bestimmten Straßensituationen näher bringen konnten. Jetzt sollen einzelne Maßnahmen mit Hilfe von Step-Mitteln nach und nach verwirklicht werden – was dann auch wieder den neuen Bezirksbeirat beschäftigen wird. Ein großes Wunschprojekt gibt es im Süden auch: die Entwicklung eines Gesamtkonzeptes für den Marienplatz als Verkehrsbrennpunkt, idealerweise mit Hilfe eines Wettbewerbs. Die Gelder dafür müsste der (neue) Gemeinderat aber erst noch bereitstellen.

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