Projektförderung im Stuttgarter Norden Geldgeschenke noch kurz vor Jahresende

Von Eva Funke 

Das Höhenfreibad bekommt ein automatisches Drehkreuz, der Förderverein Brenzkirche einen Zuschuss für Flyer.

Die Brenzkirche, so wie sie ursprünglich aussah. Foto: Bauheft 01
Die Brenzkirche, so wie sie ursprünglich aussah. Foto: Bauheft 01

Stuttgart-Nord - Dem Bezirksbeirat Nord standen 53 000 Euro zur Verfügung, um förderungswürdige Projekte im Stadtbezirk zu unterstützen. Kurz vor Weihnachten hat das Gremium die letzten Geschenke verteilt. Mit 25 000 Euro das teuerste Projekt ist die Elektrik für ein automatisches Ausgangdrehkreuz im Park im Höhenfreibad Killesberg. Notwendig ist das, damit auch Rollstuhlfahrer problemlos durchkommen. „Darüber diskutieren wir seit Jahren“, sagte die Bezirksvorsteherin Sabine Mezger. Diese hohe Summe sei zwar ein „Ausreißer“ bei den bezuschussten Projekten. Doch nach der Installation würden die Bäderbetriebe die Folgekosten für die Instandhaltung übernehmen.

Die Richtlinien für die Vergabe von Zuschüssen sollen angepasst werden

Mit 2500 Euro bezuschusst wird die Produktion von rund 4500 Flyern, die der neu gegründete Förderverein Brenzkirche Stuttgart dem Gemeindebrief beilegen möchte, um weitere Mitglieder zu werben. Das sind ein Drittel der Gesamtkosten, zwei Drittel will der Verein aus der eigenen Tasche stemmen. Vereinsziel ist der Rückbau der 1931 Am Kochenhof erbauten Kirche in den Originalzustand. „Für das Areal am Killesberg mit der Neubebauung, der geplanten Bebauung an der Roten Wand, der Korrespondenz zur Akademie und zur Weißenhofsiedlung sehen wir die Brenzkirche als städtebaulichen, sozialen, geistigen und geistlichen Mittelpunkt“, erklärte der Vorstandsvorsitzende Andreas Keller. Die Bezirksbeiräte hatten sich bereits vor drei Jahren dafür ausgesprochen, den Rückbau der Kirche zu unterstützen. Das Gebäude hat sich ursprünglich an der Weißenhofsiedlung orientiert und ist von den Nazis architektonisch „germanisiert“ worden. Deshalb wurde auf Antrag von Anna Kedziora (Freie Wähler) die Diskussion abgebrochen – und der Zuschuss einstimmig bewilligt. Der Freundeskreis Killesberg beantragte 3500 Euro Zuschuss für seine Arbeit mit Flüchtlingen. Der Antrag wurde zurückgestellt.

Diskutiert wurde auch, ob das Gremium künftig Projekte bezuschussen soll, die bereits finanziert und abgeschlossen sind. Friederike Kaiser (Grüne) will das nicht ausschließen, damit auch neue und kleine Initiativen, „die sich mit den Förderrichtlinien nicht auskennen“, zum Zug kommen. Benedikt Hesse (CDU) ist der Meinung, dass jeder, der einen Zuschuss möchte, das rechtzeitig an das Gremium herantragen könne. Harald Beck (die FrAKTION) plädierte generell dafür, mehr kleinere und weniger große Projekte zu bezuschussen.

Im kommenden Jahr sollen die bestehenden Richtlinien für die Vergabe von Zuschüssen angepasst werden.

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