Promi-Kolumne B-Note Willkommen im Baby-Haifischbecken

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Abseits des roten Teppichs lauern Fettnäpfchen, manchmal sogar Abgründe. Wir spüren sie auf. Heute: die Schauspielerin Emily Blunt und die bösen Mütter.

Die britische Schauspielerin Emily Blunt („Der Teufel trägt Prada“) empfindet großen Druck rund um das Thema Muttersein. Die meisten bösen Kommentare müssten Frauen von ihren Geschlechtsgenossinnen einstecken. Foto: AFP
Die britische Schauspielerin Emily Blunt („Der Teufel trägt Prada“) empfindet großen Druck rund um das Thema Muttersein. Die meisten bösen Kommentare müssten Frauen von ihren Geschlechtsgenossinnen einstecken. Foto: AFP

London - Der Arbeitsplatz kann ein Haifischbecken sein: Erfolgsdruck, Konkurrenz, Intrigen. Es gibt werdende Mütter, die sich nicht nur auf ihr Kind, sondern auch auf die vermeintlich babyrosarote Zeit der Mutterschaft freuen. Sie gehen davon aus, dass all diese unschönen Dinge dann keine Rolle mehr spielen. Doch das böse Erwachen folgt spätestens im Rückbildungskurs. Die Erfahrung hat auch die Hollywood-Schauspielerin Emily Blunt, Mutter von zwei kleinen Töchtern, gemacht. Sie äußerte sich im britischen „Guardian“ zum Thema Mutterkult. „Ich glaube, Frauen können ein wenig grausam zueinander sein, wenn es um Themen wie Haushalt und Familie geht – mehr als in anderen Bereichen.“

Beäugen, Vergleichen, Kommentieren

Recht hat sie. Wähnt man sich zunächst unter lauter Schwestern im Geiste, merkt man schnell, dass es – egal ob im Rückbildungskurs, im Babyschwimmen, auf dem Spielplatz oder im Kindergarten – hauptsächlich ums Beäugen, Vergleichen und Kommentieren geht. Der Druck rund um das Thema Muttersein sei so hoch, meint Emily Blunt, dass sich Frauen für jede Entscheidung rechtfertigen müssten – ob sie überhaupt Mutter würden oder nicht, ob sie stillen würden oder nicht.

Sie hacken sich teilweise die Augen aus

Fragen wie: „Ach, du arbeitest schon wieder? Wie alt ist die Kleine noch mal?“ oder: „ Ach, du arbeitest nicht? Du bist also den ganzen Tag zu Hause?“ kennen die meisten jungen Mütter und haben in der Regel weniger mit echtem Interesse als mit Abchecken zu tun. Hinter der süßlich-babyrosaroten Fassade brodelt es oft gewaltig. Vor lauter Unsicherheit, ob man auch ja alles richtig macht, versuchen manche ihr eigenes Handeln an dem der anderen Mütter zu rechtfertigen. Und – noch schlimmer – aus Angst, die anderen könnten es besser hinkriegen, hacken sie sich teilweise gegenseitig die Augen aus – natürlich in einem Spielplatz-freundlichen Tonfall und mit einem eingefrorenen Lächeln auf dem Gesicht. Willkommen im Baby-Haifisch-Becken!