Protest gegen Apple-Gebühren Facebook verbündet sich mit „Fortnite“-Entwicklern

Von red/dpa/jbr 

Nach den „Fortnite“-Entwicklern von Epic Games wehrt sich nun auch Facebook gegen die 30-Prozent-Abgabe im App-Store, die Entwickler grundsätzlich an Apple überweisen müssen.

Für ihre Protestbewegung gegen die Apple-Gebühren bekommen die „Fortnite“-Entwickler mit Facebook prominente Unterstützung. Foto: AFP/Chris Delmas
Für ihre Protestbewegung gegen die Apple-Gebühren bekommen die „Fortnite“-Entwickler mit Facebook prominente Unterstützung. Foto: AFP/Chris Delmas

Stuttgart - Die Entwickler des Erfolgs-Shooters „Fortnite“ bekommen Unterstützung im Kampf gegen die App-Abgaben bei Apple. Nach dem Spielehersteller Epic Games beklagt sich nun auch Facebook offiziell über die Regel, dass grundsätzlich 30 Prozent der Einnahmen aus dem App-Store an Apple gehen.

Facebook stellte am Wochenende eine neue Funktion für Restaurantbetreiber, Künstler und Vereine vor, um Geld über Online-Veranstaltungen einzunehmen. Seitenbetreiber sollen über Facebook beispielsweise kostenpflichtige Yogastunden und Kochkurse anbieten.

Facebook versprach, dass die Unternehmer dabei den gesamten Erlös bekommen sollen. Mit einer Ausnahme: Von Nutzern mit iPhones und iPads kommt nicht der gesamte Betrag an. Wer einen Kurs über iOS-Geräte bucht, der überweist nur 70 Prozent an den Veranstalter.

Facebook macht Apple dafür verantwortlich. „Wir haben Apple gebeten, die App-Store-Steuer von 30 Prozent zu reduzieren oder uns Facebook Pay nutzen zu lassen, damit wir den Geschäften, die mit der Covid-19-Pandemie zu kämpfen haben, alle Kosten abnehmen können“, schrieb Facebook in einem Blogeintrag. „Unglücklicherweise haben sie beide Anfragen abgelehnt und die kleinen und mittleren Unternehmen werden nur 70 Prozent von ihren hart verdienten Erlösen bekommen.“

Epic Games ruft Spieler zu Protesten auf

Die Macher des populären Online-Spiels „Fortnite“ hatten sich in der vergangenen Woche zum Wortführer der Proteste aufgeschwungen. Epic Games provozierte Apple mit einer Option für die mehr als 350 Millionen Spieler, außerhalb der iOS-App virtuelle Artikel günstiger zu kaufen. Die Folge: Apple warf „Fortnite“ aus dem App-Store. Laut Apple hatte Epic die neue Funktion mit der Absicht eingeführt, um die Richtlinien zu verletzen.

Die bereits vorbereiteten Klagen gegen Apple und die Kampagne unter dem Hashtag #FreeFortnite deuten tatsächlich darauf hin, dass Epic auf den Rauswurf vorbereitet war. Nun werden die ausgesperrten iOS-Nutzer für die Proteste mobilisiert:

Apple verweist darauf, dass man mit der Vorgabe, die In-App-Käufe über das System der Plattform abwickeln zu müssen, die Kunden vor Betrug schützen wolle. Zugleich ist es einigen Abo-Diensten wie etwa Netflix erlaubt, Verträge mit Nutzern auf ihren eigenen Websites abzuschließen. Die Nutzer können sich dann auf ihren iPhones und iPads einloggen - und für die Anbieter wird keine Abgabe an Apple fällig.

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