Protest in Kornwestheim Zusätzliche Unterkunft für Geflüchtete: Bürgerinitiative kämpft gegen Pläne

In der Bolzstraße 25 sollen künftig Obdachlose und Geflüchtete aus der Ukraine beherbergt werden. Foto: Simon Granville

Um geflüchtete Menschen aus der Ukraine unterzubringen, soll eine Immobilie in der Weststadt von Kornwestheim bald neu belegt werden. Das stößt bei Anwohnern auf massive Kritik.

Ludwigsburg: Anne Rheingans (afu)

Das Vorhaben der Stadt Kornwestheim, eine Immobilie in der Bolzstraße 25, künftig unter anderem auch als Unterkunft für Obdachlose und Geflüchtete aus der Ukraine zu nutzen, stößt auf Widerstand. Dagegen hat sich eine Protestgruppe formiert. Die Bürgerinitiative (BI) Kornwestheim-Weststadt fordert, dass die Pläne gestoppt und grundlegend überarbeitet werden.

 

Seit dem vergangenen August treffen wieder mehr geflüchtete Personen aus der Ukraine im Landkreis Ludwigsburg ein. Die Kornwestheimer Verwaltung rechnet daher damit, dass die Stadt weiterhin hohe Zuteilungen erhält. Deren Idee sieht vor, das Gebäude mit drei Etagen in der Bolzstraße 25 zukünftig als zusätzliche Unterkunft zu belegen.

Oberbürgermeister Nico Lauxmann Foto: Simon Granville

Unterkunft für Geflüchtete: BI spricht von gravierenden Mängeln

Die Gluckerschule, die das Haus derzeit noch angemietet hat, benötigt nach April 2026 weniger Platz. Deshalb werden dort Räumlichkeiten frei. Die Rede war zuletzt davon, dass das Gebäude bis zu 100 geflüchtete oder obdachlose Personen beherbergen kann.

In einer aktuellen Pressemitteilung der BI heißt es, die Pläne hätten „gravierende konzeptionelle, soziale und städtebauliche Mängel“. Und weiter: „Besonders kritisch bewertet die Bürgerinitiative die geplante Doppel- und Mischnutzung des Gebäudes.“ Diese Verdichtung stelle faktisch eine Aufstockung der Nutzung dar, „die weder dem sensiblen Standort noch den humanitären Anforderungen an eine menschenwürdige Unterbringung gerecht wird“

In der Weststadt von Kornwestheim gibt es bereits einige Sozialwohnungen, Unterkünfte und soziale Einrichtungen. Nach Ansicht der Initiative kommt der multikulturelle Stadtteil „zunehmend an seine Belastungsgrenzen“. Lösungen für die Unterbringung von Geflüchteten dürften nicht einseitig zulasten eines Stadtteils gehen. Zudem fordert die Gruppe ein verbindliches Betreuungs- und Sicherheitskonzept.

Oberbürgermeister hat Bürgerbeteiligung angekündigt

Zu den Forderungen der Initiative gehört auch eine frühzeitige Bürgerbeteiligung. Wie Oberbürgermeister Nico Lauxmann allerdings bereits Anfang Dezember betonte, möchte die Verwaltung bei der Flüchtlingsunterbringung tatsächlich mehr Transparenz schaffen. Er kündigte eine offene Bürgerinfoveranstaltung für Anfang Februar an. Erst danach werde der Gemeinderat eine Entscheidungen treffen.

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