Die „Schanz-Rocker“ traten am Samstag vor dem Tammer Rathaus auf. Foto: Simon Granville
Die Bürgerinitiative gegen die geplante Flüchtlingsunterkunft auf dem Schanzacker in Ludwigsburg drängt auf eine Bürgerbeteiligung durch das Land. Notfalls will man ein eigenes Beteiligungsformat entwickeln, heißt es.
Hartnäckig sind sie, die Gegner der geplanten Landeserstaufnahmeeinrichtung (Lea) für Flüchtlinge auf dem Schanzacker, einem Gebiet auf Ludwigsburger Gemarkung, das an die Städte Tamm und Asperg grenzt. Auch wenn die Pläne des Landes dort noch nicht konkret sind und die Prüfung dazu noch andauert, macht die Bürgerinitiative (BI) „Gemeinsam gegen Lea Tamm-Asperg“ weiter gegen eine Bebauung des Schanzackers mobil. Am Samstag veranstaltete die BI auf dem Tammer Rathausplatz ein weiteres Protestevent. Unter dem Motto „Schanzacker rockt“ gab es Infos zum Schanzacker, vor allem ging es dabei ab dem späten Nachmittag aber um Rockmusik und den Auftritt der „Schanz-Rocker“, die vor allem Coverversionen zum Besten gaben.
Frist bis 22. Juli
Pünktlich zu der Veranstaltung feuerten die Lea-Gegner mit einem Schreiben und einer Pressemitteilung erneut gegen die Landesregierung. Diesmal ging es um die bislang von ihnen vermisste Bürgerbeteiligung. Weil sich trotz vorherigen Hinweisen immer noch nichts tue, setzte die BI der Landesregierung nun eine Frist, in der Sache aktiv zu werden. Bis 22. Juli will man in Tamm und Asperg ein Zeichen für den Start einer Bürgerbeteiligung zu Themen wie „Migrationslage im Land“, „Lea-Konzept der Landesregierung“, „Steigende Kriminalität durch mehr Zuwanderung“ und „Öffentliche Sicherheit an Lea-Standorten“. Tue sich auf dem Feld nichts, werde die BI ein eigenes Beteiligungsformat zu diesen Themen entwickeln, heißt es.
Die Bürgerinitiative (BI) „Gemeinsam gegen Lea Tamm-Asperg“ macht mobil. Foto: Simon Granville/Simon Granville
Derzeit lässt das Land in einem Umweltgutachten die Verträglichkeit einer Lea am Schanzacker prüfen. Bei der BI rechnet man erst kommendes Jahr mit Ergebnissen aus dem Gutachten. Vereinzelt wird bei den Lea-Gegnern spekuliert, ob das Umweltgutachten für das Land ein Ausgang durch die Hintertür sein könnte aus dem Projekt am Schanzacker. Ungeachtet davon will man bei weiter aktiv bleiben. Deshalb auch das Event am Samstag. „Wir wollen präsent sein“, sagt Andreas Weiser aus dem Führungsteam der BI, aus deren Reihen man eine Hinhaltetaktik der Regierung erkannt haben will.