Protestaktion der Parkschützer Hunderte Aktivisten sollen S21 lahm legen

Von StZ 

Die Gegner des Projekts schlagen eine immer härtere Gangart an: Blockadepläne und ein Aufruf zum Volksaufstand stehen im Raum.  

Tagsüber soll im Aktivistencamp trainiert, abends im Zelt gefeiert werden. Foto: Heinz Heiss
Tagsüber soll im Aktivistencamp trainiert, abends im Zelt gefeiert werden. Foto: Heinz Heiss

Stuttgart - In einem Zeltcamp oberhalb des Stuttgarter Stadtbezirks Mühlhausen bereiten die sogenannten Parkschützer am Wochenende eine Protestaktion gegen Stuttgart 21 vor, in deren Rahmen am Montag und Dienstag angebliche Bauarbeiten am Hauptbahnhof blockiert werden sollen. Allerdings ruhen diese nach Angaben der BahnAG wegen des Wechsels in der Landesregierung zurzeit ohnehin.

Auf einer großen Wiese bei Mühlhausen sind am Freitag mehrere kleine Zelte und ein großes Zirkuszelt aufgebaut worden. Bis zu 1000 Teilnehmer aus Deutschland, Frankreich und Italien erwarten die Veranstalter. "Mit dem Camp wollen wir den Widerstand gegen Stuttgart21 stärken und vernetzen", sagte die Parkschützerin Julia von Staden. Nach dem Motto "Baustopp selber machen" würden im Camp Workshops und Diskussionsrunden angeboten, andere Protestbewegungen stellten sich vor und am Abend fänden Kulturevents statt. Unter anderem soll der Sänger Konstantin Wecker auftreten.

Sitzblockaden sind nicht illegal

Wichtigster Programmpunkt sei jedoch das Sitzblockadetraining. Mehrmals täglich werden die Camp-Teilnehmer mit dieser Protestform vorbereitet. Sitzblockaden seien nicht illegal, sondern eine Versammlung, sagte der Sprecher der Parkschützer, Matthias von Herrmann. "Wir fordern niemanden auf, eine Straftat zu begehen." Alle Aktionen der Parkschützer basierten auf der Gewaltfreiheit. Rund 7000 Euro kostet das Camp, das nach Angaben der Veranstalter durch Spenden finanziert wird.

Wo genau die Sitzblockaden stattfinden werden, wollten die Camp-Organisatoren nicht verraten. Auch nach dem Regierungswechsel und der Machtübernahme von Grün-Rot im Land sei die Motivation der Stuttgart-21-Gegner groß, so Julia von Staden. "Viele sind von den Politikern enttäuscht und wollen ihnen die Verantwortung nicht überlassen." Im politischen Raum selbst werden die neuesten Aktivitäten der sogenannten Parkschützer kritisch gesehen. Der SPD-Stadtrat Andreas Reisig hat den Eindruck, dass die Aktionen in der Bevölkerung immer mehr auf Unverständnis stoßen. Er spricht von einer Selbstinszenierung auf Kosten der anderen. "Die Parkschützer erweisen der Protestbewegung einen Bärendienst."

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