Proteste gegen Corona-Regeln Kretschmann über Demonstranten: „Das ist ihr gutes Recht“

Von red/dpa 

Baden-Württembergs Ministerpräsident Winfried Kretschmann reagiert gelassen auf die wachsenden Proteste gegen die staatlichen Vorgaben zur Bekämpfung des Coronavirus. Die Politik richte sich trotzdem weiter nach dem Rat von Wissenschaftlern.

Stuttgart: Teilnehmerinnen und Teilnehmer jubeln während einer Protestkundgebung der Initiative „Querdenken 711“ auf dem Cannstatter Wasen. Foto: dpa/Sebastian Gollnow 24 Bilder
Stuttgart: Teilnehmerinnen und Teilnehmer jubeln während einer Protestkundgebung der Initiative „Querdenken 711“ auf dem Cannstatter Wasen. Foto: dpa/Sebastian Gollnow

Stuttgart/Berlin - Baden-Württembergs Ministerpräsident Winfried Kretschmann (Grüne) hat gelassen auf die wachsenden Proteste gegen die staatlichen Vorgaben zur Bekämpfung des Coronavirus reagiert. Das müsse die Meinungsfreiheit aushalten. „Wir machen nichts falsch. Aber man kann nicht erwarten, dass alle Menschen in einer Demokratie einer Meinung sind“, sagte Kretschmann am Sonntagabend in der ZDF-Sendung „Berlin direkt“. „Es ist ihr gutes Recht, dagegen zu protestieren.“

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Die Politik richte sich in der Corona-Krise trotzdem weiter nach dem Rat von Wissenschaftlern. Die Einschränkungen würden Schritt für Schritt gelockert, die Gefahr sei aber noch nicht vorbei. Alle müssten weiterhin sehr vorsichtig sein.

Rund 5000 Menschen auf dem Cannstatter Wasen

Die Proteste führte Kretschmann auch auf den Erfolg der Maßnahmen zurück. „Man nennt das das sogenannte Vorsorge-Paradoxon: In dem Maße, wie das, was Sie machen, auch wirksam wird, in dem Maße schwindet einfach auch etwas die Einsicht, dass man sich noch weiter an diese scharfen Maßnahmen halten soll, weil sie haben ja schon gewirkt.“

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Aller Lockerungen zum Trotz waren am Wochenende in vielen deutschen Städten Tausende Menschen auf die Straße gegangen, um gegen die Einschränkungen zu protestieren. Allein auf dem Cannstatter Wasen in Stuttgart versammelten sich nach Angaben der Polizei am Samstag rund 5000 Menschen.

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