Fellbach vertagt nach etlichen Protesten die Debatte um das von vielen befürchtete Aus der drei Seniorenbegegnungsstätten.
Der in den vergangenen Tagen zunächst erst langsam gestartete, dann aber durchaus vernehmbare Protest gegen die befürchtete Schließung der drei Seniorenbegegnungsstätten in Fellbach zeitigt erste Wirkung. Oberbürgermeisterin Gabriele Zull hat diesen Themenkomplex von der Tagesordnung der nächsten Gemeinderatssitzung am Dienstag, 16. Dezember, genommen. Dies erklärte die OB am Freitag bei einem Pressegespräch im Fellbacher Rathaus.
In der Sitzung sollte es um erste Vorschläge zur Haushaltskonsolidierung gehen, um bis zum kommenden März einen Etat für 2026 zustande zu bekommen, der vom Stuttgarter Regierungspräsidium als genehmigungsfähig eingestuft wird. Eingespart werden soll in diesem ersten Schritt eine Gesamtsumme von gut drei Millionen Euro.
Kürzungen bei Kinderbetreuung und Senioren
Neben einer Verringerung der städtischen Personalkosten und Reduzierungen bei der Kinderbetreuung sorgt insbesondere ein Vorschlag für Aufsehen. Es geht um die vorgesehene Streichung des jährlichen Zuschusses in Höhe von 260.000 Euro an das Forum Fellbach. Das Forum dient als Träger der drei Fellbacher Seniorentagesstätten – dazu gehören der Treffpunkt Mozartstraße in der Kernstadt, der Treffpunkt Schmiden und der Seniorentreff Oeffingen.
Zahlreiche Anrufe und Mails gingen zu diesem Thema in der Redaktion ein, aber auch bei der Oberbürgermeisterin direkt, wie sie am Freitag erläuterte. „Der Stadtseniorenrat wehrt sich heftig gegen dieses Vorhaben und die Schließung der drei Tagesstätten zum 1. Juli 2026“, hieß es beispielsweise. Und: Die Sanierung des Haushalts werde „den Alten und Schwachen aufgebürdet“.
Eine weitere Stimme: „Wir sind tief enttäuscht, dass eine Einrichtung mit solch hohem sozialen Wert anscheinend zur Disposition steht.“ Oder: „Ausgerechnet bei den Senioren, die ohne eine Begegnungsstätte häufig vereinsamen, wird der Sparhebel angesetzt – ich halte dies auch rechtlich gesehen für eine offensichtliche Altersdiskriminierung.“ Oder: „Wir verstehen nicht, warum die Seniorenarbeit nicht so viel wert ist wie andere soziale Arbeit im Jugendbereich, in der Kultur oder im Sport.“
Stadt peilt Neuausrichtung der Seniorenarbeit an
Die OB und der auch fürs Soziale zuständige Erste Bürgermeister Johannes Berner versicherten nun, es gehe „keineswegs um eine Zerschlagung der Seniorenarbeit“. Diese werde es weiter geben, allerdings mit neuer Ausrichtung. Das sei auch in einer mit dem Vorstand des eingetragenen Vereins Forum Fellbach entwickelten Konzeption so festgehalten.
Wie diese Neuorientierung aussehen könnte, wird nun allerdings nach der durch die OB veranlassten Vertagung erst in einer späteren Sitzung, vermutlich in einigen Wochen, thematisiert.