Prozess am Landgericht Stuttgart Angeklagter vermutlich schuldunfähig

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Wegen diverser Straftaten steht ein 49-Jähriger vor dem Landgericht Stuttgart – darunter sind auch Delikte wie Diebstahl und Körperverletzung.

Vor dem Landgericht Stuttgart muss sich ein Mann wegen diverser Straftaten verantworten. Foto: dpa
Vor dem Landgericht Stuttgart muss sich ein Mann wegen diverser Straftaten verantworten. Foto: dpa

Stuttgart - Die Liste der Vorwürfe in der Anklageschrift ist lang: Mehrere Fälle von Diebstahl, Beleidigungen sowie des Erschleichens von Leistungen, hinzu kommt je ein Fall von Körperverletzung, gemeinschädlicher Sachbeschädigung und Hausfriedensbruch. Ein 49 Jahre alter Mann muss sich dafür seit Dienstag vor dem Stuttgarter Landgericht verantworten.

Die Staatsanwaltschaft geht davon aus, dass der Angeklagte unter einer paranoiden Schizophrenie leidet und daher schuldunfähig war. Da weitere Taten zu erwarten seien, sei der Mann eine Gefahr für die Allgemeinheit und müsse in einer psychiatrischen Klinik untergebracht werden.

Fälle reichen bis 2016 zurück

Konkret geht es um Fälle, die teilweise bis in das Jahr 2016 zurückreichen. In mehreren Geschäften in Stuttgart, Weinstadt, Winnenden und Leutenbach soll der 49-Jährige Waren entwendet haben – darunter Zigaretten, Alkohol und Fleisch.

In einem Kiosk in Stuttgart soll er im vergangenen Herbst einer Verkäuferin an der Kasse eine Schachtel Zigaretten aus der Hand gerissen und damit den Laden verlassen haben. Die Frau schilderte als Zeugin dem Gericht, wie sie den Angeklagten verfolgt und er sie zu Boden gestoßen hat, nachdem sie ihn aufgefordert hatte, die unbezahlte Ware zurückzugeben. Die Angestellte zog sich eine Schürfwunde am Ellenbogen zu. Sie beschrieb das Verhalten des Mannes als „böse“ und aggressiv. Ihre Kollegin bestätige dies in ihrer Aussage und erklärte, der 49-Jährige sei gleichzeitig beängstigend ruhig gewesen: So habe er den Laden nach dem Diebstahl nicht etwa fluchtartig oder rennend verlassen.

Mit der Faust auf die Nase

In einem weiteren Fall, der sich bereits 2016 ereignet hatte, beschrieben Zeugen den Mann als laut und aufbrausend. Damals soll er eine Flasche Whiskey aus einem Supermarkt gestohlen und den Filialleiter beleidigt haben. Laut Staatsanwaltschaft wurde der Angeklagte bei einem Krankenhausaufenhalt in Winnenden im Jahr 2017 zudem handgreiflich: Unvermittelt habe er mit der Faust einen Mitpatienten gegen den Hals und auf die Nase geschlagen. Die Anklage wegen gemeinschädlicher Sachbeschädigung bezieht sich auf eine andere Tat: Demnach soll der 49-Jährige die Fenster einer neu-apostolischen Kirche in Schwaikheim eingeworfen und dabei einen Schaden in Höhe von rund 5000 Euro verursacht haben.

Nach seiner Verhaftung im vergangenen Herbst kam der Mann zunächst in Untersuchungshaft, derzeit ist er in einem Psychiatrischen Krankenhaus in Ravensburg untergebracht. Die Verhandlung wird am 8. April fortgesetzt.