Prozess am Waiblinger Amtsgericht Mit Gewalt drei Opfern Geld abgeschwatzt

Der Prozess gegen einen 26-Jährigen geht wegen fehlender Zeugen in die Verlängerung Foto: stz/Pascal Thiel
Der Prozess gegen einen 26-Jährigen geht wegen fehlender Zeugen in die Verlängerung Foto: stz/Pascal Thiel

Ein 26-Jähriger aus Winnenden soll einem seiner Opfer 150 Euro abgenommen haben. Zuvor soll er angedroht haben, ihm die Nase zu brechen.

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Prozess - Am Ende ist es der Angeklagte, der empört ist über die Ungerechtigkeit in dieser Welt. Unmenschlich sei es, ihm – der eine Haftstrafe absitzt – in Corona-Zeiten nochmals den Transport von Bruchsal nach Waiblingen zuzumuten. Die ganze Zeit mit Maske und ohne Fernsehen. Eingebrockt haben ihm diese Extrafahrt ausgerechnet zwei seiner Opfer bei Taten, die er in Winnenden begangen haben soll. Mit verbaler Penetranz – und wenn das nicht reichte massiver Gewaltandrohung – hat, so lautet die Anklage am Amtsgericht, der einst als talentiert geltende und seit längerem arbeitslose und drogenabhängige Ex-Fußballer in drei Fällen Geld erpresst und eine Jacke geraubt.

Zwei Zeugen erscheinen nicht

Das Problem beim Termin am Amtsgericht: Gleich zwei der drei mutmaßlichen Opfer sind trotz Ladung nicht zum Termin erschienen. Zumindest einer von ihnen sei von zentraler Bedeutung, weil in diesem Fall der ansonsten geständige Angeklagte jegliche Gewaltanwendung abstreitet, so das Gericht. Die Folge: Nicht nur der reiseunwillige Angeklagte, sondern auch das Gericht und ein zum Zweittermin am kommenden Montag eigentlich im Urlaub weilender Polizeibeamter werden sich nochmals versammeln. Den säumigen Zeugen droht überdies ein Ordnungsgeld, sie werden zwangsvorgeführt.

Drohung, die Nase zu brechen

Verhandlungstechnisch abgehandelt ist derweil der erste Anklagepunkt. Der 26-Jährige hat dabei im Mai des vergangenen Jahres einen ihm flüchtig bekannten damals 18-Jährigen auf dem Weg in die Innenstadt angesprochen und um Geld gebeten. „Ich habe einfach nicht aufgehört zu reden“, beschreibt der Angeklagte selbst seine Strategie der Aufdringlichkeit. Tatsächlich hat das Opfer Geld abgehoben, im letzten Moment aber die Übergabe an den weitgehend Unbekannten verweigert. Da seien leider tatsächlich die Drohungen gefallen, bestätigt mit einmal mehr wortreichem Bedauern der 26-Jährige: Er hat seinem Opfer gedroht, ihm die Nase zu brechen und eine „Kopfnuss“ zu verpassen. Insgesamt wechselten daraufhin 150 Euro den Besitzer. „Ja“, sagte der Zeuge, „ich habe mich eingeschüchtert gefühlt“.

Mit ähnlicher Masche hat der mit einer ganzen Latte an Vorstrafen belastete 26-Jährige ebenfalls in Winnenden in einem Fall 50 Euro aus einem Geldbeutel gestohlen. Im dritten Fall scheiterte die Abzocke an einem nicht gedeckten Konto. Daraufhin, so der Angeklagte, habe er sich die 110 Euro teure Jacke jenes unwilligen Spenders „vorübergehend geliehen“. Die Verhandlung wird am Montag fortgesetzt.




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