Prozess in Birmingham Britischer Chirurg hinterließ Initialen auf Organen

Von Willi Reiners 

Während seine Patienten in Narkose waren, signierte er ihre Organe mit einem Laser. Dafür muss sich der britische Mediziner nun vor Gericht verantworten.

Tatort OP: Ein britischer Chirurg soll Organe seiner Patienten signiert haben Foto: dpa
Tatort OP: Ein britischer Chirurg soll Organe seiner Patienten signiert haben Foto: dpa

Birmingham - Ein britischer Chirurg hat vor Gericht gestanden, von ihm transplantierte Lebern mit seinen eigenen Initialen signiert zu haben. Der 53-jährige Simon B. räumte vor der Strafkammer in Birmingham ein, unethisch und kriminell gehandelt zu haben, berichteten britische Medien. Den Vorwurf der Körperverletzung wies er allerdings zurück. Staatsanwalt Tony Badenoch sprach von einem in der Kriminalgeschichte beispiellosen Fall.

Aufgeflogen war der Mediziner bereits Ende 2013. Ein Kollege entdeckte die Initialen „SB“ auf der transplantierten Leber einer Patienten, die sich einer Folgeoperation an dem Spenderorgan unterziehen musste. Simon B. soll die Gravur mit einem Argon-Laser vorgenommen haben. Die Patienten befand sich zu diesem Zeitpunkt in Narkose. Kollegen und Pflegekräfte waren zugegen, bemerkten das Fehlverhalten jedoch nicht.

Der Argon-Laser wird normalerweise eingesetzt, um Blutungen während einer OP zu stoppen. Laut Experten wäre die Gravur nach einiger Zeit von selbst wieder verschwunden.

Die Staatsanwaltschaft geht davon aus, dass der Chirurg in mindestens zwei Fällen eingepflanzte Organe mit seinen Initialen beschriftet hat. „Das Vorgehen verlangte Geschicklichkeit und Konzentration“, sagte Ankläger Badenoch. Der Mediziner habe planmäßig gehandelt und bewusst das Vertrauen seiner Patienten missbraucht.

Simon B. war insgesamt zwölf Jahre Queen Elizabeth Hospital in Birmingham tätig gewesen, bevor er suspendiert wurde. Zuletzt transplantierte er Lebern, war aber auch mit der Ausbildung von jungen Medizinern befasst.