Prozess Polizist: Trierer Amokfahrer wartete gelassen auf Festnahme

Polizisten in der Fußgängerzone von Trier im Einsatz (2020). Foto: Harald Tittel/dpa Foto: dpa
Polizisten in der Fußgängerzone von Trier im Einsatz (2020). Foto: Harald Tittel/dpa

Einem 51-Jährigen wird fünffacher Mord und versuchter Mord in 18 weiteren Fällen vorgeworfen. Er muss sich jetzt vor Gericht verantworten.

WhatsApp E-Mail LinkedIn Flipboard Pocket Drucken

Trier - Nach der Amokfahrt mit fünf Toten in Trier im Dezember 2020 hat der mutmaßliche Täter mehreren Polizisten zufolge ruhig und gelassen hinter seinem Auto auf die Polizei gewartet.

"Ich hatte den Eindruck, dass er mich stoisch und leicht grinsend anschaute", sagte Carsten Wagner, der als einer der ersten Polizisten das Tatauto erreichte, am Freitag im Prozess gegen den mutmaßlichen Amokfahrer vor dem Landgericht Trier.

Die Anklage wirft dem 51-Jährigen fünffachen Mord und versuchten Mord in 18 weiteren Fällen vor. Der Deutsche soll am 1. Dezember 2020 mit seinem Geländewagen durch die Trierer Fußgängerzone gerast sein, um möglichst viele Menschen zu töten oder zu verletzen. Dabei sei er in einem Zickzackkurs wahllos und gezielt auf Passanten zugefahren. Bei der Tat wurden fünf Menschen getötet. Zudem gab es zahlreiche Verletzte und Traumatisierte.

Die Polizeibeamten sagten, das Tatauto sei an der Front stark beschädigt gewesen. Sie hätten dort Haut- und Haarreste, eine Handtasche und andere Habseligkeiten gesehen. "Es sah fürchterlich aus." Der mutmaßliche Täter habe bei der Festnahme klar auf Fragen der Polizisten geantwortet, zum Beispiel nach Waffen oder einem Ausweis, sagte Wagner. Seinem Eindruck nach habe er nicht unter Drogen- oder Alkoholeinfluss gestanden. Der Mann habe "teilnahmslos, völlig unbeeindruckt" gewirkt, sagten andere. "Es war surreal."

© dpa-infocom, dpa:210903-99-78545/3




Unsere Empfehlung für Sie