Prozess um tote Teenager in Gartenlaube Kohlenmonoxid – Vorsicht Lebensgefahr!

Leben: Markus Brauer (mb)
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Wie häufig sind Kohlenmonoxid-Vergiftungen?

Kohlenmonoxid-Vergiftungen (CO-Intoxikationen) sind weltweit die Hauptursache für tödliche Vergiftungen. Das Statistische Bundesamt (Destatis) verzeichnet für 2015 insgesamt 648 Todesfälle durch die „toxische Wirkung von Kohlenmonoxid“. Es ist der mit Abstand höchste Wert seit 1998 (477). Davon sind laut Statistik 146 Vergiftungen auf Unfälle sowie 347 auf „vorsätzliche Selbstbeschädigung“ (etwa Suizid) zurückzuführen.

Die Zahl der nicht tödlich endenden Vergiftungsfälle dürfte um ein Vielfaches höher liegen, zumal zahlreiche Zwischenfälle nicht bekannt werden. Laut Axel Hahn, Toxikologe am Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) vergiften sich geschätzt mehr als 3000 Menschen in Deutschland mit Kohlenmonoxid. „Wie viele es wirklich sind, wissen wir nicht, weil es in Deutschland kein Vergiftungsregister gibt.“ Auf Grund ihrer unspezifischen Symptomatik werde eine Kohlenmonoxid-Vergiftung oft nicht erkannt oder falsch gedeutet, so Hahn.

Was macht Kohlenmonoxid so gefährlich?

Kohlenstoffmonoxid oder Kohlenmonoxid (CO) besteht aus den chemischen Elementen Kohlenstoff (C) und Sauerstoffel (C). Es ist ein farb-, geruch- und geschmackloses Gas, das sogar durch Betondecken und Wände dringt. Kohlenmonoxid entsteht, wenn kohlenstoffhaltige Materialien wie Öl, Gas, Holz, Pellets oder Grillkohle bei hoher Temperatur verbrannt werden und gleichzeitig die Sauerstoffzufuhr nur gering ist.

Das Gas ist deshalb so hochgiftig, weil es das Hämoglobin im Blut bindet und den Transport von Sauerstoff unmöglich macht. Beim Hämoglobin handelt es sich um Eiweiße (Proteine), die in den roten Blutkörperchen Sauerstoff binden und ihnen ihre rote Farbe verleihen.

Warum wird vor Indoor-Grills gewarnt?

Eine besondere Gefahrenquelle sind Indoor-Grills. Das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) und das Bundesamt für Materialforschung und -prüfung (BAM) warnen: „Selbst wenn Fenster, Türen oder auch das Garagentor aus ‚Sicherheitsgründen‘ geöffnet sind, können CO-Konzentrationen auftreten, die zum Tode führen.

Diese Gefahr besteht auch bei Geräten, die als spezielle ‚Indoorgrills‘ ausgelobt werden, obwohl sie glühende Holzkohle als Wärmequelle verwenden, oder bei holzkohlebefeuerten Kochtöpfen, so genannten ‚hot pots‘, wenn sie im Wohnzimmer oder in Restaurants betrieben werden.

Wenn Türen und Fenster nicht ausreichend zum Lüften geöffnet sind wie zum Beispiel bei Grillfesten in einer Tiefgarage, können CO-Konzentrationen entstehen, die tödlich sind.“

Wodurch werden CO-Vergiftungen verursacht?

Typische Vergiftungsquellen sind Brände, defekte Gasthermen, Zier- und Heizkamine, die bei ungenügender Luftzufuhr und -abfuhr Kohlenmonoxid freisetzen können. CO-Vergiftungen kommen häufig vor bei Rauchgasvergiftungen und der Minenkrankheit, die durch Einatmen giftiger Gase im Bergbau entsteht.

Auch suizidale CO-Intoxikationen, also absichtliche Vergiftungen mit dem Gas spielen in der Statistik eine große Rolle. Wenn man Ameisensäure und Schwefelsäure vermischt, entsteht Kohlenstoffmonoxid. Gibt man Sauerstoff hinzu, verbrennt Kohlenmonoxid in blauer, durchsichtiger Flamme zu Kohlenstoffdioxid.

Wie verläuft eine CO-Vergiftung?

Zu Beginn klagen die Betroffenen über Übelkeit und Schwindel. Im Verlauf der Vergiftung kommt es zu Bewusstseinstrübung bis hin zum Koma, Herzrhythmusstörungen und schließlich zum Tod durch Hirnschwellung, Atem- und Kreislaufversagen. Sind mehr als 70 Prozent des Hämoglobins im Blut mit Kohlenmonoxid belastet, stirbt man innerhalb weniger Minuten.

Viele der Opfer, die die Vergiftung überleben, haben zeitlebens unter bleibenden Schäden am Herzen und Nervensystem wie zum Beispiel Gedächtnis- und Konzentrationsstörungen, Psychosen, Bewegungsstörungen, Herzinsuffizienz und Herzrhythmusstörungen zu leiden.




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