Prüfaufträge für Region Stuttgart Verband will Lücken im S-Bahn-Takt schließen

Die Leistungen der S-Bahn sollen weiter  verbessert werden. Dafür will der Verband Region Stuttgart Prüfaufträge vergeben. Foto: Lichtgut/Leif Piechowski
Die Leistungen der S-Bahn sollen weiter verbessert werden. Dafür will der Verband Region Stuttgart Prüfaufträge vergeben. Foto: Lichtgut/Leif Piechowski

Auch an Samstagen sollen die Züge bald alle 15 Minuten fahren. Der Innenstadttunnel in Stuttgart soll noch deutlich mehr S-Bahnen aufnehmen.

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Stuttgart - Der Verband Region Stuttgart (VRS) will das Angebot auf der S-Bahn ausweiten. Dazu hat der Verkehrsausschuss am Mittwoch ein Paket an Untersuchungen beschlossen. Die zeitlich naheliegendsten Verbesserungen sind, ein besseres Angebot an Samstagen und in der Nacht zu schaffen.

Gemeinsam mit der DB Regio AG will der Verband ein Konzept für den 15-Minuten-Takt auch an Samstagen entwickeln. Das soll nach der Coronapandemie die Erreichbarkeit und Attraktivität der Innenstädte verbessern. Der dichtere 15-Minuten-Takt an Samstagen (bisher 30 Minuten) könnte schon 2022 eingeführt werden. Priorität hat für die Mehrheit auch, die Angebotslücke in der Nacht zwischen ein und circa fünf Uhr zu verkleinern. Montags bis freitags soll auf allen Linien ein zusätzliches Fahrtenpaar eingefügt werden. Es sei den Kunden nicht zu vermitteln, dass die SSB-Nachtbusse fahren, die S-Bahn aber ihren Betrieb einstellt, sagte Thomas Leipnitz für die SPD. Holger Dorn (AfD) kann das hingegen nachvollziehen und hält das Zusatzangebot schlicht für „zu teuer“.

Große Summen für den Ausbau

Geld ist auch für Bernhard Maier (Frei Wähler) ein Thema. Schon beschlossene Verbesserungen summierten sich auf mehr als 200 Millionen Euro, da sei es geboten, „Luft zu holen und sich zu fragen, was wir uns noch leisten können und wollen“. Michael Knödler (Linke/Pirat) relativierte die Summe durch den Vergleich mit dem Bau des Rosenstein-Autotunnels in Stuttgart (jüngster Stand: 456 Millionen Euro). „Sie leben vielleicht manchmal in der Vergangenheit“, so Knödler zu Maier, es gehe um Investitionen in die Zukunft.

S-Bahn bis nach Mühlacker?

Für die pochen Grüne, SPD, Linke/Pirat und FDP auf den „zeitnahen“ Ausbau der Schusterbahn (Untertürkheim–Kornwestheim). Man wolle dazu die attraktive Landesförderung „gern mitnehmen“, so Michael Lateier für die Grünen. In den Blick genommen werden soll, zusammen mit dem Land und dem Enzkreis, auch eine mögliche Verlängerung der S 5 von Bietigheim-Bissingen nach Mühlacker. Hier sieht Helmut Noe (CDU) aber zuerst das Land gefordert.

Beschlossen ist, dass die S-Bahn das moderne Sicherungs- und Leitsystem ETCS erhält. Im Innenstadttunnel sollen dann statt 24 zunächst 30 Züge pro Stunde verkehren. Der VRS peilt langfristig 36 an und will dazu für 180 000 Euro bei der DB eine Untersuchung in Auftrag gegeben. Wichtig sei die „Stabilität des Systems“, mahnt Lateier.




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