Prunksitzung in Kornwestheim Fünf Stunden lang Spaß und Gaudi

Die Fastnetzunft Kornwestheim hatte zur Prunksitzung eingeladen – und gut 200 Besucher kamen. Foto: Simon Granville

Mit einer bunten Prunksitzung hat die Fasnetzunft Kornwestheim am Samstag die närrische Zeit eingeläutet. Dazu hatte sie sich eine Vielzahl bekannter sowie Nachwuchs-Fasenachter eingeladen.

Fünf Stunden lang haben sich über 20 Darbietungen im Martini-Saal der katholischen Gemeinde wie Perlen an der Schnur aneinander gereiht. Und gleich von Anfang an herrschte beste Stimmung unter den rund 200 Gästen – immer wieder erklang laut der Ruf „Narri-Narro“.

 

Die Fasnetzunft ist bestens aufgestellt

Die Rolle der Eisbrecherin übernahm Tanzmariechen Ioanna Abatzoglow. „Nichts Besseres für einen Verein, als Nachwuchs auf der Bühne“, so Moderator Peter Kienzle. Mit seinem akrobatischen Auftritt wirbelte sich das neunjährige Tanzmariechen flugs in die Herzen der Zuschauer. Mit ihren insgesamt sechs Tanzformationen sowie mehreren Solotänzerinnen ist die 1966 gegründete Fasnetzunft Kornwestheim bestens aufgestellt. Von den Mini-Blitzern und der Juniorgarde Blau-Weiße-Blitzer als Marsch- und als Showtänzern, der maskierten alemannischen Brauchtumsgruppe Garbenstickle und Früchtle, der Aktivengarde Blaue Blitzer sowie den Zunftgranaten der Maskengruppe gestaltete der Verein viele variantenreiche Programmpunkte selbst.

Nach ihren Einzelauftritten mit Marschtänzen erzählten die Nachwuchsgruppen mit ihrem Schautanz „Bella Italia – Achtung, die Mäuse sind los“ die süße Geschichte der kleinen Nager in einer Pizzeria. Die beiden Solistinnen Eilen Renninger und Jana Abt zeigten darüber hinaus in einem musikalischen Medley ihre Akrobatikkünste. Die 20-jährige Abt trainiert nicht nur sich selbst wie auch die Nachwuchsgruppen der Zunft, sondern näht auch eine Vielzahl der Kostüme selbst. Zu den Höhepunkten des Abends zählte zu späterer Stunde der Auftritt der Zunftgranaten als Piraten, die die „Schatzinsel“ tänzerisch nacherzählten.

Die wichtigste Frage: „Und?“

Immer wieder durfte auch das Publikum aktiv werden und klatschen, sich sportlich betätigen oder lautstark mitsingen, wie etwa „‘s Fasnetzunft-Liadle“ von Jürgen Frey oder das Maultaschenlied. Für Stimmung sorgten die Guggenmusik der Gässlesfetzer aus Murr oder der Party-Graf von Liebenstein mit bekannten Herz-Schmerz-Liedern.

Der 17-jährige Leo Neuweiler, bekannt auch als d‘r Samuel, erheiterte schließlich sein Publikum als „Gscheidles Bua“ mit seinem Mathematik-Abitur, bei dFasem er ohne jeden Zweifel vorrechnete, dass die Lehrer ja lediglich einen halben Tag im Jahr arbeiten. Sein Vater Marcus alias Alois Gscheidle, verriet den Männern im Publikum anschließend, wie sie mit nur zehn Wörtern ihre tägliche Ehekommunikation gestalten können. Wichtigste Frage: „Und?“

Wieso wohnt der OB eigentlich nicht in der Stadt?

Die Lokalpolitik kam an diesem Abend nicht ungeschoren davon. Peter Kienzle nahm als „Bauer auf der Durchreise“ den anwesenden frisch gewählten Oberbürgermeister Nico Lauxmann mit seiner Freude an Selfies und Selbstdarstellung auf Instagram ordentlich aufs Korn. Dieser wohnt darüber hinaus, wie übrigens auch die gesamte restliche Stadtspitze, nicht direkt in Kornwestheim, wohl „weil sie nicht mit ihren Entscheidungen leben wollen“.

Im Anschluss begeisterte Nachwuchs-Büttenrednerin Carina Häussermann vom Backnanger Karnevals-Club die Gäste als Agentin Carina Bond, ebenso wie der weithin bekannte „Zwerg vom Berg“ – hinter dieser Figur verbirgt sich Helmut Gärtner – mit seinen stimmungsvollen selbstgetexteten Liedern und seinen für Heiterkeit sorgenden Stammtischerzählungen.

Für ordentlich Lachmuskelkater sorgte auch die „Schwäbische Saugosch“, Markus Zipperlein, ein Meister der Mimik und Stimmwandlung. Die Besucher wurden also umfassend auf die Faschingszeit vorbereitet – die noch bis zum 14. Februar andauert.

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