PS-Zentrum in Böblingen baut um Da Signora und Reimann verlassen Motorworld

Ist in Böblingen Geschichte: Kaffeehaus Emil Reimann in der Motorworld Foto: Stefanie Schlecht

Zwei gastronomische Angebote in der Motorworld sind passé: das Café Reimann und das Ristorante Da Signora. Dort hat das Center Großes vor.

Böblingen: Jan-Philipp Schlecht (jps)

Das Café verströmte seit dem Beginn der Motorworld in Böblingen immer einen Hauch Wiener Kaffeehaus-Atmosphäre. Doch wer dieser Tage in der Lobby des V8 Hotels Classic auf einen Kaffee und ein süßes Stückchen in der Filiale von Emil Reimann hoffte, wurde enttäuscht: Von dem rot-goldenen Mobiliar mit der großzügigen Theke ist nicht mehr viel übrig. Am Eingang klebt ein Aushang „Ab sofort geschlossen – Danke für Ihre Treue.“ Dass das Café in der Motorworld nun Geschichte ist, das bestätigt auch die Centermanagerin Susanne Kirschbaum.

 

„Der Mietvertrag mit dem Café Reimann ist regulär ausgelaufen“, sagt sie. Im beidseitigem Einvernehmen habe man ihn nicht verlängert, auch weil die Großbäckerei mit Hauptsitz in Dresden mittlerweile unter neuer Führung sei und ihr Konzept verändert habe. Der Filialist mit über 80 Standorten überwiegend im Raum Dresden, Chemnitz und Leipzig setze künftig auf Stehtische im Bistro-Stil. Dafür sei die Motorworld nicht mehr infrage gekommen, sagt Kirschbaum.

Auf der gegenüberliegenden Seite der Lobby des V8 Hotels, etwas versteckt hinter einer großzügigen Diele, befand sich das Ristorante Da Signora, ein Lokal der gehobenen italienischen Küche, dessen Terrasse direkt auf das Festivalgelände gerichtet war. Doch auch hier: gähnende Leere.

Ristorante Da Signora an neuem Ort

Die Einrichtung ist abgebaut, der Betrieb eingestellt, die Internetseite nicht mehr erreichbar. Auf der Fläche habe es aus vertraglichen Gründen eine Veränderung gegeben, sagt Susanne Kirschbaum. „Wir sind bereits in guten Gesprächen mit dem Betreiber für eine Nachfolge-Lösung“, sagt sie. Es sei schon ein neuer Standort in Aussicht und sie sei zuversichtlich, dass man Mitte August mehr sagen könne.

Was verbirgt sich hinter den Weggängen? Tatsächlich plant die Motorworld auf den beiden Flächen ein ganz neues gastronomisches Angebot: Motorworld Inn. Dies gibt es in den Schwester-Standorten in München und auf Mallorca bereits. Dahinter verbirgt sich ein sehr „auto-affines“ Gastro-Konzept mit einem besonderen Ambiente und einer offenen Bar, sagt Kirschbaum. „Dies ließ sich in Böblingen nur auf einer größeren Fläche umsetzen“, sagt sie, daher der Umbau.

Verwaiste Terrasse der „Signora“ Foto: Stefanie Schlecht

Auf der Homepage des bereits existierenden Standorts in München schreibt der dortige Betreiber: „Inmitten der Motorworld München verbindet unser Restaurant automobile Leidenschaft mit der Liebe zur guten Küche.“ Das Lokal ist im Stile einer alten Werkstatt dekoriert – an der Decke hängt ein Buick Super Convertible Jahrgang 1954. Das Thema Auto ist – wie in der Motorworld überhaupt – omnipräsent. Für Centermanagerin Susanne Kirschbaum ist die Veränderung daher eine gute Nachricht und ein Bekenntnis zum Standort.

Mitte Februar soll es losgehen

Die Motorworld respektive die Gesellschaft dahinter investiere einen nennenswerten Betrag in den Umbau und die Neuansiedlung. Auch einen groben Zeitplan gibt es bereits: Mitte Februar soll das Lokal eröffnen, Herbst und Winter für Umbau und Einrichtung genutzt werden. Der Weggang von Reimann und Da Signora markiere demnach vielmehr der Beginn eines neuen gastronomischen Kapitels am Standort, sagt Kirschbaum. Dies reihe sich ein in weitere Auffrischungen des PS-Zentrums in den Gebäuden des ehemaligen württembergischen Landesflughafens.

So sei etwa für die Dependance von Lamborghini in Böblingen eine gläserne Werkstatt entstanden und die Werkstatthalle als Ganzes solle demnächst auch noch einmal modernisiert werden. Kirschbaum: „Nach 16 Jahren ist die Zeit für etwas Neues gekommen, daher investieren wir.“

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