InterviewPsychosomatiker Matthias Michal So verbreitet ist das Symptom

Von Melanie Maier 

Verbreitung: Psychische Erkrankungen sind weitaus häufiger als früher angenommen. Nach Angaben der Bundespsychotherapeutenkammer (BPTK) leidet knapp ein Drittel der deutschen Bevölkerung im Laufe ihres Lebens an einer psychischen Erkrankung. Depressive Zustände und Angststörungen zählen zu den häufigsten Erkrankungen. Fast immer steht die Psychotherapie laut BPTK im Zentrum der Behandlung. Je nach Schwere und Art der Erkrankung kann der Einsatz von Medikamenten sinnvoll sein.

Depersonalisation: Das Depersonalisations-Derealisations-Syndrom wurde bereits zu Beginn des 19. Jahrhunderts als eine der ersten psychischen Erkrankungen detailliert beschrieben. Etwa ein Prozent der Deutschen leidet dem Psychosomatiker Matthias Michal zufolge sehr oft oder fast permanent unter dem Zustand – das entspricht der Anzahl der Menschen, die magersüchtig sind. Die Diagnose werde aber nur bei etwa einem von hundert Betroffenen gestellt, und das oft erst nach vielen Jahren.

Der Psychosomatiker Matthias Michal

Nach dem Studium der Humanmedizin an der Goethe-Universität in Frankfurt am Main (1988 bis 1995) arbeitete Matthias Michal zunächst als Arzt im Praktikum an der Fachklinik für Psychotherapie und Psychosomatik, Geldern, sowie am Städtischen Klinikum in Fulda.

Von 1997 bis 2005 war er an der Uniklinik für Psychosomatische Medizin und Psychotherapie in Frankfurt am Main tätig.

Seit 2005 ist er leitender Oberarzt an der Klinik und Poliklinik für Psychosomatische Medizin und Psychotherapie der Universitätsmedizin Mainz. 2012 hat er das Buch „Depersonalisation und Derealisation: Die Entfremdung überwinden“ veröffentlicht (Kohlhammer-Verlag, 120 Seiten).

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