Public Viewing beim TSV Höfingen Mit einem blauen Auge davongekommen

Von Henning Maak 

Trotz des deutschen WM-Aus endet das Public Viewing beim TSV Höfingen wohl mit einer schwarzen Null.

Auch wenn die deutschen Fans wenig zu jubeln hatten, ist man beim TSV Höfingen mit dem Public Viewing zufrieden. Foto: factum/Bach
Auch wenn die deutschen Fans wenig zu jubeln hatten, ist man beim TSV Höfingen mit dem Public Viewing zufrieden. Foto: factum/Bach

Leonberg - Das vergangene Jahr ist kein leichtes für den TSV Höfingen gewesen: Der Prozess um den ehemaligen Tischtennis-Jugendtrainer wegen sexuellen Missbrauchs hatte den Verein erschüttert, zudem führte die monatelange Sperrung der Straße Am Schlossberg wegen Bauarbeiten zu deutlichen Umsatzeinbußen in der Vereinsgastronomie. Umso größer war die Hoffnung, diese finanzielle Delle im WM-Jahr mit einem regelmäßigen Public Viewing auf einer Großbildleinwand wieder ausgleichen können. Und dann das: Zum ersten Mal in der Geschichte der Fußball-Weltmeisterschaften scheidet die Mannschaft von Jogi Löw in der Vorrunde aus.

Das hat die Höfinger Organisatoren um den TSV-Vorsitzenden Ulrich Hoppe und Pächter Andreas Knoblauch natürlich getroffen. „Bei den drei Spielen der deutschen Mannschaft waren rund 1000 bis 1500 Zuschauer da, bei den Spielen danach nur rund 150 bis 250“, erklärt Ulrich Hoppe. Einzelne Ausreißer nach oben seien die gut besuchten Partien Spanien gegen Portugal und zwei Spiele der isländischen Nationalmannschaft in der Vorrunde gewesen, erzählt er weiter.

Das Wetter hat mitgespielt

Dennoch ist er zuversichtlich, dass sein Verein mit einem blauen Auge davonkommt: „Am Ende dürfte wohl eine schwarze Null stehen. Wir hatten Glück, dass das Wetter mitgespielt hat“, erläutert er. Pächter Andreas Knoblauch von der Vereinsgaststätte Gastronomiewelt Glemstal gibt sich ebenfalls optimistisch: „Es war von Vorteil, dass auch andere WM-Partien interessant waren. So nach und nach sind die Leute ins WM-Fieber gekommen“, erklärt er. Abgesehen von den Deutschland-Fans haben vor allem die Anhänger Kroatiens das Glemstal bevölkert und für Umsatz gesorgt.

Vor allem Ältere und Familien wären zu den Spielen ihrer Mannschaft um die Superstars Luka Modric von Real Madrid und Ivan Rakitic vom FC Barcelona gekommen. Die jüngeren Fans sind hingegen eher nach Stuttgart in den One Table Club in der Theodor-Heuss-Straße gezogen, den Andreas Knoblauch ebenfalls betreibt. „Das ist das Epi-Zentrum der kroatischen Fans aus ganz Europa“, freut er sich. Allein zum Viertelfinalspiel gegen Gastgeber Russland am vergangenen Samstag seien 30 Busse mit Fans aus Österreich in die Theodor-Heuss-Straße geströmt. „Das müssen insgesamt mehr als 10 000 Kroaten sein, die dort gefeiert haben“, glaubt Knoblauch.

Tatort soll zur Dauereinrichtung werden

Während in der Landeshauptstadt die feiernden Fußballfans aber auch für einige Polizeieinsätze sorgten, war dies im Glemstal überhaupt kein Problem. „Die Polizei ist meist zu Beginn einmal vorbeigefahren und hat Präsenz gezeigt, das hat für Ruhe gesorgt“, sagt Ulrich Hoppe. Nur beim ersten Deutschland-Spiel hätten die Ordnungshüter wegen eines Drogendelikts eingreifen müssen, ansonsten sei es sehr ruhig zugegangen.

Darüber hinaus wagt Pächter Knoblauch einen Schritt zu neuen Ufern. Am vergangenen Sonntag wurde nicht nur Fußball gezeigt, sondern am Abend auch der aktuelle Tatort mit Til Schweiger. Wegen des guten Besuchs soll auch der Tatort am kommenden Sonntag im Glemstal auf der Großbildleinwand laufen. „Das soll bei uns zu einer Dauer-Einrichtung werden, wir wollen einen Tatort-Stammtisch gründen, an dem Fans sonntagabends zusammen rätseln können“, erklärt Knoblauch.

Ein Public Viewing will Uli Hoppe auch bei der Europameisterschaft 2020 beim TSV anbieten – mit einer hoffentlich dann erfolgreicheren deutschen Mannschaft.




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