Public Viewing in Stuttgart Bei Mercedes wird die Fußball-WM museumsreif

So war es bei der EM 2016: Fußball schauen am Mercedes-Museum. Foto: 7aktuell.de/Friedrichs
So war es bei der EM 2016: Fußball schauen am Mercedes-Museum. Foto: 7aktuell.de/Friedrichs

Es ist wieder soweit: Im Sommer wird der Fußball-Weltmeister gesucht – und Stuttgart fiebert mit. Während man beim Mercedes-Museum in Bad Cannstatt die Spiele anschauen kann, wird es auf dem Schlossplatz kein Public Viewing geben.

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Stuttgart - Wie die Zeit vergeht. Bald wird wieder um höchste Ehren gekickt. Vom 14. Juni bis zum 15. Juli finden in Russland die Fußballweltmeisterschaft statt. Alle vier Jahre wieder stellt sich die Frage: Wo kann man gucken? Im heimischen Wohnzimmer natürlich, ARD und ZDF übertragen. Aber es gibt ja jene, die unbedingt im Pulk schauen müssen. Die können dieses Jahr nach Bad Cannstatt pilgern. In der Freilichtbühne beim Mercedes-Museum werden die Spiele gezeigt. Bis zu 1000 Zuschauer können kommen. Der Eintritt ist frei.

Schon vor zwei Jahren während der Europameisterschaften hat Mercedes die Spiele gezeigt. „Mit großem Erfolg“, wie Friederike Valet, Sprecherin des Mercedes-Museums, sagt. Damals warb man mit dem Spruch „Alle Spiele, alle Tore!“ Dieses Versprechen kann man heuer nicht geben. Das Museum versteht sich ja nicht nur als Aussteller von historischen Fahrzeugen aller Art, mittlerweile ist es einer der aktivsten und größten Mitspieler in der Unterhaltungsbranche der Stadt. Filme zeigt man, lädt zur Sommerlounge und zum Hüttenabend – und präsentiert Musiker. Während des Konzertsommers treten Savas & Sido, Clueso und Kontra K. auf dem Parkdeck hinter dem Museum auf. In dieser Zeit vom ­ 5. bis 8. Juli muss der Fußball der Musik weichen, da werden keine WM-Spiele gezeigt. Für die vier Viertelfinals muss man sich also nach einem anderen Ort zum Gucken umschauen.

Auf dem Schlossplatz gibt es kein Public Viewing

Die wird es reichlich geben. Schließlich haben die Statistiker beim Zerlegen der Welt in Zahlen herausgefunden, dass Stuttgart bei der WM 2010 die „Hauptstadt des Public Viewing“ war. Gewürdigt wurde die „höchste Übertragungsrate je Einwohner“. In Stuttgart gab es 1522 Liveübertragungen, damit habe die Stadt die höchste Übertragungsdichte erreicht. Das heißt, in Berlin kamen auf eine Übertragung 940 Zuschauer, in München 650 Fans, in Köln 340 und in Stuttgart 250. 2014 gab es solche Rechenspiele leider nicht, aber es mangelte offenkundig nicht an Leinwänden und Fernsehern. Auch ohne gemeinsames Fußballschauen auf dem Schlossplatz.

Noch feilt man bei Mercedes am Programm

Das wird sich 2018 nicht ändern. Vor zehn Jahren, während der Fußball-EM, zeigte die Stadt letztmals Fußballspiele, die Übertragung der Halbfinals und des Finales kostete eine halbe Million Euro. Dafür bekommt man zwar nur den großen Zeh von Neymar, kann aber andererseits einige Erzieher für das Geld einstellen. Deshalb kommt Stadtsprecher Sven Matis zum Schluss: „Die Erfahrungen der letzten Jahre zeigen: Es ist richtig, kein großes, von Steuergeldern finanziertes Public Viewing zu veranstalten.“ Man sei sich sicher, dass jeder ein Public Viewing nach seinem Geschmack finde, „entweder beim Italiener um die Ecke, im Biergarten oder auch eben vor dem Mercedes-Benz-Museum“.

Dort feilt man noch am Programm. Während der EM traten diverse Kicker, Trainer und Schiedsrichter auf, um das Publikum zu unterhalten. Das soll heuer wieder so sein. Doch wie gesagt, noch arbeitet man am Drumherum. Sicher aber ist: Im Sommer wird WM geguckt. Das freut auch eine Autofirma. Vier Wochen lang redet man über Fußball statt über Fahrverbote.




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