Halloween und Kürbisse – das gehört zusammen wie Ostern und Schokohasen oder Weihnachten und Plätzchen. An trüben Herbstabenden grinsen einen hohle Kürbisgesichter aus kerzenbeleuchteten Grimassen an, in der Küche duftet es nach Kürbissuppe und im Coffeeshop wird Pumpkin Spice Latte serviert. An der Stuttgart Elementary School auf dem Gelände der Böblinger Panzerkaserne finden Kürbisse noch einen ganz anderen Verwendungszweck. Dort findet nämlich jedes Jahr an Halloween der sogenannte „Pumpkin Drop“ statt.
Bei diesem Mix aus Wissenschaftsprojekt und fröhlich-verrückter Halloween-Gaudi lässt eine Jury aus Schul- und Militärangehörigen in eine Kiste gepackte Kürbisse aus großer Höhe von einer Feuerwehrdrehleiter fallen. Ziel der Übung ist es, die Kisten vorher so zu präparieren, dass der Kürbis den Aufprall möglichst unbeschadet übersteht.
Der Veranstaltung findet jedes Jahr bei der Feuerwache der US-Militärbasis statt. Jede Klasse von jedem Schuljahr bereitet eine eigene Kiste für ihren Kürbisabwurf vor und sucht sich dafür unterschiedliche Methoden aus. „Ich habe Klassen gesehen, die Fallschirme benutzt haben, andere haben außen mit Klebeband Plastikflaschen angeklebt, ich habe auch eine Box gesehen, die wie ein Fisch geformt war“, erzählt eine amerikanische Mutter, deren Kinder dort zur Schule gegangen waren.
Drei Juroren begutachten den Quetschungsgrad der Kürbisse
„Die Kinder sind schon auf so viele Ideen gekommen, dass ich mich gar nicht mehr an alles erinnern kann“, sagt die Frau eines hochrangigen Army-Angehörigen. Im Gedächtnis geblieben sei ihr noch eine Kiste in der Optik eines Rubik’s Cube Zauberwürfels und eine mit langen, flatternden Bändern. „Ich weiß nicht mehr, ob es ein Oktopus oder eine Qualle sein sollte“, sagt sie. Es sei in jedem Fall darum gegangen, das Gewicht so zu verlagern, das der Kürbis beim Aufprall nicht zerbricht.
Sobald die Kiste von der Drehleiter gefallen ist, kommen Helfer um sie zu öffnen und nachzuschauen, ob beziehungsweise wie stark der Kürbis zerquetscht wurde. „Normalerweise gibt es drei Juroren mit einem Bewertungsbogen, anhand dessen sie jede Kiste beurteilen“, berichtet die Familienmutter. Am Ende werden die Punkte zusammengezählt, um die Gewinner der jeweiligen Jahrgangsstufe zu ermitteln.
Trotz des noch immer anhaltenden Government Shutdowns findet der Pumpkin Drop auch in diesem Jahr wieder statt. Den ganzen Vormittag über werden die Kinder der Stuttgart Elementary School mit der Halloween-Gaudi beschäftigt sein. Ob dazu als Begleitmusik die Songs der Band The Smashing Pumpkins laufen, lässt sich leider nicht überprüfen. Denn: Anders als ursprünglich gedacht, findet der Pumpkin Drop unter Ausschluss der Öffentlichkeit statt. Wie ein Pressesprecher mitteilt, habe das Department of the Army im Zuge des aktuellen Shutdowns der Bundesverwaltung in Washington erhebliche Einschränkungen für öffentliche Veranstaltungen verfügt.
Schade, aber vielleicht klappt es ja im nächsten Jahr mit der Vor-Ort-Berichterstattung vom Kürbis-Kunstflugspektakel. Und wenn nicht, findet die Idee ja womöglich Nachahmer an deutschen Schulen. Ein bisschen „Pumpkin Spice“ könnte dem guten alten „Jugend forscht“-Wettbewerb doch sicher ganz gut tun.