Der Jugendrat Stuttgart-Nord hatte sich vom Bezirksbeirat mehr Unterstützung für den Wunsch nach einem Pumptrack erwartet. Entmutigen lassen sich die Jugendlichen aber nicht und halten an ihrer Wunschstrecke fest.

Stuttgart-Nord - Sie sind hartnäckig, die Mitglieder vom Jugendrat Nord. Obwohl der Bezirksbeirat ihrem Wunsch, unterhalb vom Tennisclub Weißenhof einen Pumptrack (Mountainbikestrecke mit Bodenwellen für Sprünge) anzulegen skeptisch gegenübersteht, geben sie sich nicht geschlagen. „Klar waren wir enttäuscht und hatten den Eindruck, dass sich in dem Gremium keiner wirklich für uns einsetzt. Aber so schnell geben wir nicht auf“, sagt Tim Littkemann. Der 16-Jährige ist seit knapp zwei Jahren Jugendrat und als solcher „will er etwas erreichen“ für die Jugendlichen . „Hier im Norden gibt es ein paar Spielplätze für Kinder, aber Angebote für Jugendliche fehlen“, stellt er fest.

Die illegale Strecke legal ausbauen

Während der Pandemie haben er und einige Kumpels unterhalb des Tennisclubs Weißenhof bereits eine kleine illegale Strecke angelegt, die sie gern legal ausbauen lassen wollen. Das Problem daran: „Der Bereich liegt im Grünen U. Laut Bezirksvorsteherin Sabine Mezger darf dort „nicht einmal ein Papierkorb aufgestellt werden“. Der 16-jährigen Jugendrat und seine Radlerfreunde halten das für kein Argument: „Wir stören hier niemanden. Tiere gibt es auch kaum. Und der Bereich ist sonnig“, sagt Tim und ist überzeugt, dass das genau der richtige Ort für einen Pumptrack ist. „Unsere illegale Anlage ist jetzt schon zu einem Treffpunkt geworden. Das hat zur Folge, dass die Mountainbiker nicht mehr im Höhenpark trainieren und die Fußgänger gefährden.“

Außerdem sei eine legal ausgebaute Strecke viel sicherer, meint Benedikt (14). Und sein Freund Bastian (14) stellt fest, dass es kaum gute Trails in Stuttgart gibt und es viel zu lange dauert, bis man dort ist. Und je nachdem wie der Pumptrack gebaut werde, könnte er außerdem auch von Skatern genutzt werden. Alle drei sind sich einig: „ Immer wieder beteuern die Politiker, dass für Jugendliche was getan werden müsse, aber nichts passiert.“

Kritik, aber auch Zuspruch von Spaziergängern

Kritik von Spaziergängern, die sich durch die Radler gestört fühlen und auch schon die Polizei gerufen haben, kennen die drei Jungs nur zu gut. Aber es gibt auch andere wie Rose Hettich. Die 75-Jährige findet es „ganz toll“, wenn sich die Jungs und Mädels im Alter von 12 und um die 20 im Grünen U austoben. „Da sind die an der frischen Luft, bewegen sich und machen keine Dummheiten“, sagt sie. Gastronomin Anne Hannich guckt den Mountainbikern gern bei ihren akrobatischen Sprüngen zu. „Der Bereich sollte für freigegeben werden“, meint sie.

Die Chancen dafür stehen laut Bezirksvorsteherin Mezger nicht gut. „Natürlich müssen wir für die Jugendlichen einen Ort finden, aber nicht an einem Platz, wo sie mit Sicherheit Gegenwind bekommen werden“, sagt sie. In der jüngsten Sitzung des Bezirksbeirats, in der der Jugendrat seinen Wunsch nach einem Pumptrack vorgetragen hat, schlug die CDU als Alternative die Parkplätze etwas oberhalb des Wunschareals vor. Mezger bringt als Ort für einen Pumptrack auch den Bolzplatz an der Doggenburg ins Spiel. Für den Jugendrat ist das derzeit keine Option. Tim Littkemann: „Wir fokussieren uns auf unsere Wunschstrecke.“

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