Punkrock-Konzert in Stuttgart Wir sind Schmutzki – Fans dürfen Bühne stürmen
Nach Wochen auf der Straße beenden Schmutzki ihre Tournee in einem randvollen LKA. Da dürfen sogar die Fans die Bühne stürmen.
Nach Wochen auf der Straße beenden Schmutzki ihre Tournee in einem randvollen LKA. Da dürfen sogar die Fans die Bühne stürmen.
Heimspiele sind immer eine ganz besondere Sache. Und während der VfB am vergangenen Sonntag nicht über ein Unentschieden hinauskommt, zeigt die Band Schmutzki am Abend zuvor, wie man so eine Sache nach Hause bringt.
Die letzten Wochen war Stuttgarts Punkrock-Trio in Deutschland, Österreich und der Schweiz unterwegs, um die neue Platte „Schmutz de la Schmutz“ live vorzustellen und die letzten Reste der Coronalethargie zu pulverisieren; Enden muss es dort, wo es enden muss: In einem ausverkauften LKA, wo ihnen rund 1 500 Fans einen triumphalen Empfang bereiten.
Nach Stuttgarts Post-Punk-Hoffnung Berlin 2.0 und Drei Meter Feldweg gehen Schmutzki pünktlich um 21:20 Uhr auf die Bühne und legen den Schalter die nächsten 100 Minuten auf Eskalation. Ihr Punkrock ist schnell, explosiv, melodisch, ihre Fans, der Schmutzki-Mob, bemerkenswert textsicher. Die Menge wimmelt vor roten Schmutzki-Shirts, von der Bühne schallen rund zwei Dutzend Songs ins proppenvolle LKA, die Stimmung ist schnell am Siedepunkt. Lokalhelden wie sie haben natürlich auch Lieder über Stuttgart, Verzeihung: Schmutzgart, im Gepäck: „Beste Bar der Stadt“ etwa handelt von ihrer Stammkneipe Kap Tormentoso, wo sie ihre ersten Konzerte spielen.
Seit 2011 ist viel passiert: Vier Platten, hunderte Konzerte, mit den Toten Hosen spielen sie vor 80 000 Menschen auf dem Cannstatter Wasen. Berühmt werden sie aber vor allem durch ihre sagenumwobenen Zeltplatzkonzerte, bei denen sie mit Instrumenten, Mini-Schlagzeug, Durst und Freibier über die Campgrounds der großen Festivals ziehen. Als Reminiszenz daran tauchen sie auch im LKA in die Menge ab, ziehen spielend einmal durch den ganzen Club. Bewundernswert, wenn man bedenkt, dass an einem solchen Abend schon der Weg an die Bar zur Herausforderung wird.
Den passenden Song dazu, „Zeltplatz Baby“, spielt Sänger und Gitarrist Beat Schmutz im Bad der Menge, während der Stuttgarter Musiker Dave Collide kurzzeitig an der Gitarre einspringt.
Am Ende stürmt der Schmutzki-Mob sogar die Bühne, um mit ihrer Band zu singen und zu springen, selbst lang nachdem die letzten Töne von „Hey du“ oder „Sauflied“ verklungen sind, geht die Party im LKA weiter: Die Band legt auf, feiert Tourabschluss mit ihren Fans. Eine runde Sache allenthalben – und für April 2025 ist schon die Fortsetzung angekündigt.