Im Nebenjob – eigentlich arbeitet er seit mehr als 30 Jahren als Sozialpädagoge auf der Jugendfarm in Stuttgart-Stammheim. Wie er zum Feuerwerker geworden ist? Über seine andere Leidenschaft, die Musik: „Ich war in einer Rockband, und da wollten wir gerne Feuerwerk als Bühneneffekt einsetzen“, erzählt er. Am liebsten sollte es was Großes sein – doch dabei sei er schnell an Grenzen gestoßen.
Ausbildung zum Bühnenpyrotechniker und Großfeuerwerker
Deswegen hat sich der mittlerweile 64-Jährige an einer Pyrotechnikerschule in Bayern als Bühnenpyrotechniker ausbilden lassen. „Dabei habe ich Lunte gerochen“, sagt Notter, der schließlich noch Scheine für Großfeuerwerke und Spezialeffekte gemacht hat. „Das braucht man, wenn man beim Film eine Benzinbombe hochgehen lassen will“, erzählt Notter.
Was ihn an dem Thema gereizt hat, waren allerdings erst einmal weniger die Explosionen, sondern das Handwerk dahinter. „Ich bin gelernter Werkzeugmacher und finde die Technik spannend.“ Und dann sind es natürlich die schönen Bilder am Himmel, die ihn begeistern und mit denen er die Augen der Zuschauer zum Leuchten bringen möchte. Mittlerweile setzt er dabei fast immer auf die Begleitung von Musik. „Das ist für die Sinne eine ganz andere Wahrnehmung, es wirkt einfach viel toller“, sagt er. Eine besondere Herausforderung sei es, für leise, zärtliche Musik-Passagen passende leise und zärtliche Effekte zu finden. „Und an anderen Stellen braucht es wieder einen Effekt, der genau auf den Schlag kommt, der einfach knallt“, erläutert Peter Notter. Einen festen Lieblingseffekt hat er deswegen nicht: „Das ist immer derjenige, der gerade passt.“
Am liebsten gestaltet er Feuerwerke mit Musikbegleitung
Wie viele Feuerwerke er bereits choreografiert hat, das kann er nicht mit Sicherheit sagen: „Um die 300 werden es schon sein“, sagt Peter Nopper, der ganz froh ist, dass er nur im Nebenjob Pyrotechniker ist: „Weil ich es ab und zu mache, kann ich es mit voller Leidenschaft tun.“ Er kommt zu Hochzeiten, zu Festen – und zum Fellbacher Herbst.
Das große Feuerwerk beim Fellbacher Herbst ist der Jahreshöhepunkt
Das große Feuerwerk vom Dach der Schwabenlandhalle, „das ist mein Baby“, sagt er. Am aufwendigsten sei es erst einmal, die Musikstücke dafür zu finden. „Ich möchte etwas, das möglichst viele anspricht, aber natürlich nicht immer das Gleiche.“ Bei der Auswahl der Effekte hilft ihm mittlerweile der Computer. „Inzwischen kann ich mir die Effekte bei jedem Hersteller in Echtzeit anschauen“, sagt er, der sich früher mehr auf sein Vorstellungsvermögen verlassen musste.
Selber bauen darf er die Raketen übrigens nicht: „Als Pyrotechniker darf ich Feuerwerkskörper nur anwenden, lagern und befördern“, sagt er, der auch ohne diese Regeln lieber die Finger davon lässt: „Erstens kann da so viel schiefgehen, und zweitens gibt es eh alles, was man sich an Effekten vorstellen kann, zu kaufen.“
Dank Zündcomputer kann er seinem eigenen Feuerwerk zuschauen
Viel getan habe sich zudem beim Abfeuern der Feuerwerke. Früher hat er jeden Knallkörper mit einem Schaltpult verkabelt, jeder Effekt musste extra gezündet werden. „Mittlerweile arbeite ich oft mit Zündcomputern. Da drücke ich einmal auf den Knopf, der Rest ist einprogrammiert“, sagt er. Dabei müsse er sich allerdings darauf verlassen, dass die Technik funktioniert: „Bisher hat sie noch nie versagt. Und der Vorteil ist, dass ich meinem eigenen Feuerwerk zuschauen kann.“
Sowieso haben Feuerwerke für ihn nichts von ihrer Faszination verloren. Die Veranstaltung „Flammende Sterne“ in Ostfildern ist eine Pflicht – „da muss ich mindestens einmal hingehen“. Auch wenn er solche „Monsterfeuerwerke“ mangels Platz und Geld nie selber abfeuern könnte, „Ideen kann man immer mitnehmen und im Kleinen umsetzen“.
Ungebrochene Faszination trotz Feinstaubdiskussion
Peter Notter glaubt, dass die Faszination für prasselnden Goldregen, leuchtende Chrysanthemen und sprühende Fontänen auch in Zeiten von Feinstaubdiskussionen ungebrochen ist. Richtig findet er es, dass an Silvester das Abfeuern von Feuerwerkskörpern dort verboten ist, wo die Brandgefahr groß ist oder viele Menschen zusammenkommen – so wie auf dem Stuttgarter Schlossplatz oder in Altstädten mit Fachwerk. „Aber viele haben Spaß daran, wollen einmal im Jahr richtig feiern und es knallen lassen.“