Quartalszahlen Mercedes-Benz Mehr Profit mit weniger Autos
Die Luxusstrategie von Mercedes-Benz geht auf. Die Autosparte des Konzerns ist mittlerweile so rentabel wie Ferrari oder Porsche. Doch den Preis dafür zahlen vor allem die Endkunden.
Die Luxusstrategie von Mercedes-Benz geht auf. Die Autosparte des Konzerns ist mittlerweile so rentabel wie Ferrari oder Porsche. Doch den Preis dafür zahlen vor allem die Endkunden.
Mercedes wird immer profitabler. Im ersten Quartal legte der Umsatz des Dax-Konzerns um sechs Prozent zu, der Gewinn zog um 19 Prozent auf gut fünf Milliarden Euro an. Ein Anteil von 16,4 Prozent vom Umsatz der Autosparte ist Gewinn. Damit erreicht Mercedes-Benz Cars eine Rentabilität wie Porsche und Ferrari.
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Mercedes kann diese guten Zahlen vorlegen, weil das Unternehmen deutlich höhere Preise für seine Produkte durchsetzen konnte. Die Preissteigerungen haben die Belastungen aus höheren Rohstoffpreisen und der angezogenen Inflation mehr als wettgemacht.
Quartal für Quartal sinkt allerdings die Produktion: Von Januar bis März hat der Konzern mit 487 000 Fahrzeugen zehn Prozent weniger hergestellt als im bereits schwachen Vorjahresquartal. Die Gründe für die Rückgänge sind die Lieferengpässe bei elektronischen Speicherchips, Behinderungen der Lieferketten wegen Covid-Beschränkungen in Asien sowie die Folgen des Ukraine-Kriegs. Auf diese anhaltenden Einschränkungen hat Mercedes reagiert, indem das Unternehmen vor allem die ertragsstarken Modelle produziert. So verkaufte das Unternehmen im ersten Quartal fünf Prozent mehr Luxusmodelle als im Vorjahr. Von den 487 000 verkauften Fahrzeugen entfielen allein 78 000 auf die S-Klasse, EQS, GLS sowie das G-Modell und AMG- und Maybach-Fahrzeuge. Diese Modelle werden zu hohen Preisen besonders häufig in China und den USA verkauft. Elektrifizierte Fahrzeuge legten um ein Fünftel auf 74 000 Einheiten zu. Das stärkste Wachstum kam von vollelektrischen Fahrzeugen, deren Absatz von 18 000 auf 27 000 Stück anzog. Fahrzeuge mit extern aufladbarer Batterie und Verbrennungsmotor (Plug-in-Hybride) legten von 44 000 auf 47 000 Einheiten zu.
Finanzvorstand Harald Wilhelm machte deutlich: „Der Rückgang beim Absatz ist allein dem Mangel an Halbleiter-Bauteilen geschuldet, die Nachfrage nach unseren Fahrzeugen ist unverändert hoch.“ Mercedes tue alles, um den Engpass der wichtigen Bauteile zu beheben. Wilhelm geht davon aus, dass eine erste Entspannung in der zweiten Jahreshälfte eintritt. Zum guten Finanzergebnis habe zudem beigetragen, dass die Mercedes-Händler so gut wie keine Rabatte geben. Wilhelm beteuert, dass der Konzern auch mit batterieelektrischen Fahrzeugen gute Gewinne mache: „Ich bin sehr erfreut von den Margen des EQS.“ Er setze zudem große Hoffnungen darauf, wenn im Laufe des Jahres renditeträchtige Modelle wie der EQS als SUV sowie der EQE als Limousine und ebenfalls als SUV in den Verkauf gehen.
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Bei den Lieferwagen konnte der Absatz gehalten werden. Der Umsatz lag um neun Prozent höher als im Vorjahresquartal, der Gewinn legte um 42 Prozent auf 466 Millionen Euro zu. Wegen des Chipmangels ist das Geschäft mit der Finanzierung rückläufig. Das Neugeschäft brach um 13 Prozent auf 14,5 Milliarden Euro ein, gleichwohl legten die Gewinne der Finanzsparte um sechs Prozent auf 733 Millionen Euro zu.
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Wilhelm ist optimistisch, dass der Konzern trotz Krieg, Lieferengpässen und möglicherweise neuen Ausgangssperren in China gut durch das Jahr kommt. Die Prognose sei aber mit so großen Unsicherheiten wie lange nicht mehr behaftet. Unter der Annahme, dass der Krieg nicht eskaliert und es nicht zu weiträumigen Lockdowns kommt, will Mercedes dieses Jahr den Absatz von Pkw und Lieferwagen leicht steigern gegenüber dem Vorjahr. Mercedes will im Jahresschnitt mit dem Pkw-Kerngeschäft eine Rendite von 11,5 bis 13 Prozent auf den Umsatz erwirtschaften. Nach dem starken Auftaktquartal ist Wilhelm zuversichtlich, dass ein Ergebnis nahe der 13-Prozent-Marke realistisch sei. Hier sind zusätzliche finanzielle Belastungen in Höhe von 944 Millionen Euro allein in diesem Jahr eingerechnet. Mehr als die Hälfte davon machten höhere Rohstoffkosten aus. Der Rest der Mehrkosten falle in den Mercedes-Werken an, etwa weil Schichten ausfallen oder anders organisiert werden müssen. „Wir versuchen, die Belastungen über Preissteigerungen auszugleichen“, so Finanzvorstand Harald Wilhelm.
Während Mercedes und andere Hersteller hohe Gewinne machen, sieht die Lage bei vielen Zulieferern schlechter aus. Mahle etwa kritisierte die „asymmetrische Profitabilität“ und forderte von den Herstellern Solidarität ein. Diesen Wünschen erteilte Wilhelm eine Absage: „Jedes Unternehmen ist für sich verantwortlich.“ Schließlich habe es ja auch Zeiten gegeben, „in denen die Gewinnmargen bei Zulieferern zweistellig und bei uns einstellig waren“.