Quartier am Wiener Platz Aufbruchstimmung am Bahnhof Feuerbach

Von Georg Friedel 

Das frühere Schoch-Gelände und der Feuerbach Bahnhofsvorplatz werden neu gestaltet. 125 Wohnungen sollen gebaut werden. Zudem gibt es Platz für Geschäfte, Büros, Arztpraxen und Cafés. Der Zeitplan für das Vorhaben wurde im Bezirksbeirat vorgestellt.

Der Bereich beim  Bahnhofsgebäude  wird in den kommenden sechs Jahren völlig neu gestaltet. Foto: Georg Friedel
Der Bereich beim Bahnhofsgebäude wird in den kommenden sechs Jahren völlig neu gestaltet. Foto: Georg Friedel

Feuerbach - Wer in Feuerbach aus dem Zug oder der Stadtbahn steigt und auf den Bahnhofsvorplatz tritt, dessen Blick fällt auf eine unwirtliche Umgebung. Links vom Bahnhofsgebäude steht ein blaugrauer Klotz mit besprühter Fassade: Das frühere Postgebäude. Es hat schon bessere Tage gesehen. Gleich daneben befindet sich das stark mit Chromat und anderen Schadstoffen verseuchte Schoch-Areal mit dem hohen Ziegelstein-Schlot in der Mitte. Wenige Schritte zu Fuß entfernt an der Ecke Stuttgarter/Tunnelstraße liegt gleich hinter dem Aldi-Supermarkt eine weitere Industriebrache. Hier stand früher das Kühlhaus Krempel.

Eine architektonische Visitenkarte ist dieses Ensemble nicht. Doch das soll sich bald ändern. Bis im Jahr 2020 wird das Schoch-Areal bebaut. Auch der Bahnhofsvorplatz und das Umfeld werden teilweise neu gestaltet. Die Burgenlandstraße und die Pöchlarner Straße sowie die Kremser Straße sollen zukünftige Sichtachsen bilden, die auf dem Bahnhofsvorplatz wie auf einer Art Drehscheibe münden.

Neue Wohnquartiere beim Bahnhof geplant

Gleichzeitig ist geplant, eine Grünverbindung zum Killesberg zu schaffen. Auf dem Schoch-Areal sollen rund 125 Wohnungen entstehen, weitere 40 werden voraussichtlich auf dem ehemaligen Krempel-Areal gebaut.

Auch Baugemeinschaften sollen bei dem Großprojekt auf dem Schoch-Gelände zum Zug kommen. Im südlichen Bereich an der Kremser Straße ist der Bau einer Kindertagesstätte und eines Generationenhauses vorgesehen. Es soll eine Reihe neuer Einkaufsgeschäfte geben, dazu gesellen sich im nördlichen Baufeld Büros, Arztpraxen, Restaurants, Cafés, Ateliers und Start-up-Unternehmen.

Das Zeitgerüst für die Sanierung und Bebauung der mit Schadstoffen belasteten Industriebrache beim Bahnhof steht. Mit dem Abbruch der Industriegebäude soll Anfang 2015 und dem Aushub des belasteten Erdreichs Ende des kommenden Jahres begonnen werden. Rund drei Jahre dürfte es insgesamt dauern, bis alle Schadstoffe auf dem Gelände beseitigt sind.

Quartier am Wiener Platz soll bis 2020 realisiert werden

Parallel dazu laufen die Verfahren für die Auswahl der Investoren und die Realisierungswettbewerbe. Die überarbeiteten Ergebnisse des städtebaulichen Planungswettbewerbes liegen seit kurzem vor. Letzteren hatten das Architekturbüro von Thomas Schüler aus Düsseldorf und faktorgrün aus Freiburg gewonnen. Sie entwickelten für die Industriebrache samt Bahnhofsvorplatz nach Ansicht der Jury das beste Gesamtkonzept. Das Gesamtprojekt trägt den Arbeitstitel „Quartier am Wiener Platz“.

An der Kreuzung Dornbirner Straße/Burgenlandstraße soll ein kleiner Platz entstehen, genauso wie an der Ecke Dornbirner/Kremser Straße. Das Mobilitätskonzept sieht rund 210 Autostellplätze und Abstellflächen für rund 550 Fahrräder vor. Auch Carsharing und E-Mobilität sollen berücksichtigt werden.

Der Baubeginn für das nördliche Baufeld ist etwa Mitte 2016 geplant. Der Baubeginn des südlichen Baufeldes soll Anfang 2018 folgen. Die Gestaltung der Freiflächen sieht die Integration des alten Postgebäudes und des Zugangsgebäudes zum Tiefbunker vor. „Wir haben es bei diesem Projekt mit einem sehr komplexen Planungsweg zu tun“, sagt Karl-Theo Maurer.

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