Sehen und vor allem gesehen werden, ist in der dunklen Jahreszeit das Wichtigste beim Radfahren. Neben zuverlässigen und leistungsstarken Lichtanlagen sollten Bikende daher auf Reflektoren setzen, um im Straßenverkehr gut erkennbar zu sein. Auch der Gesetzgeber redet diesbezüglich ein Wörtchen mit. 

Stuttgart - Reflektoren am Fahrrad sind wichtig, um im Alltag und Straßenverkehr bei Dunkelheit gut gesehen zu werden. Mittlerweile gibt es von Seiten des Gesetzgebers jedoch neue Regelungen, wie die Reflektoren am Rad angebracht werden müssen. „Front‐ und Heckreflektoren sind bei aktuellen Scheinwerfern und Rücklichtern bereits integriert oder lassen sich komfortabel anstecken. Alles legal und in puncto Systemintegration und Design eine logische wie sinnvolle Entwicklung“, erläutert Sebastian Göttling vom Beleuchtungsspezialisten Busch & Müller.

Seit einer Gesetzesänderung im Jahr 2017 ist zudem nur noch ein roter, nicht dreieckiger Rückstrahler Pflicht. Auch die gelben Speichenreflektoren haben mittlerweile ausgedient und werden durch Reifen mit weißen Reflexstreifen ersetzt. Diese reflektieren dank ihrer Kreisform auch im Stand die Silhouette des Rades und manchen es als solches erkennbar. Reifenhersteller wie Schwalbe bieten alle gängigen Alltagsmodelle mit reflektierenden Flanken an.

Es muss nicht immer die Warnweste sein

Die größte Projektionsfläche von Radfahrenden ist jedoch der Körper. Aus diesem Grund wird bei Dunkelheit nicht selten zur reflektierenden Warnweste gegriffen. Doch nicht jeder Radfahrende möchte im Bauarbeiterlook unterwegs sein. Die Radbekleidungsindustrie bietet hier eine Vielzahl an leuchtenden Alternativen an. Outdoor-Ausrüster Vaude hat beispielsweise die „Luminum II“- Kollektion im Angebot. Die eingearbeiteten Reflexelemente sorgen für mehr Sichtbarkeit und sind sogar als Warnkleidung TÜV-zertifiziert. Bei Tageslicht sieht man der Jacke ihre Sicherheits-Features hingegen nicht an. Ihre versteckte Funktion zeigen sie erst großflächig, wenn sie angestrahlt werden.

Aber auch weniger reflektierende Elemente wie bei der Winterjacke „Cyclist II“ erhöhen die Sichtbarkeit. Für den speziellen Schutz für den Schulweg werden viele der Produkte auch in Kindergrößen angeboten.

Wer es etwas schlichter möchte, greift zu den Reflektorbändern von Fahrer Berlin. Die praktischen Hosenbänder werden aus recyceltem Material gefertigt und verfügen über einen reflektierenden Streifen für mehr Sicherheit. Nebeneffekt: Das Hosenbein wird vor der schmutzigen Kette geschützt. Der Berliner Accessoires-Spezialist hat mit den „Reflektor-Button“ eine weitere pfiffige Lösung im Angebot: Die Anstecker werden z. B. an den Jackenärmel geklettet und machen das Armzeichen beim Abbiegen deutlich sichtbarer. Für E‑Bikende haben die Berliner reflektierende Akku-Aufkleber entwickelt.

 

Leuchtendes Beispiel, diese Taschen

Reflektierende Elemente sind ein ebenso signifikantes Merkmal moderner Radtaschen, wie es clevere Befestigungssysteme oder wasserabweisende Materialien sind. Es gibt kaum einen Hersteller, der heute auf dieses Sicherheitsplus verzichtet. Großflächig nimmt sich Taschenspezialist Ortlieb in seiner „High Visibility“-Serie des Reflektionsthemas an. Die Taschen für Lenker, Front‐ und Heckgepäckträger bestehen aus einem Cordurastoff, der mit Reflexgarn durchwoben ist. So reflektieren selbst die klassisch schwarzen Flächen der Taschen. Und auch die eher dezenten, weil komplett schwarzen „Office-Bag“, „Velocity“-Rucksack und „Saddle-Bag“ der Serie erhalten derart eine reflektierende Ausstrahlung. „Wir geben mit den Reflektortaschen ein ganz entscheidendes Plus an Sicherheit, denn Packtaschen befinden sich in niedriger Höhe am Rad – hier fällt das Scheinwerferlicht und somit der Blick anderer Verkehrsteilnehmer zuerst hin“, erklärt Peter Wöstmann von Ortlieb.

 

Da geht einem ein Licht auf - dank des Helms

Freilich eignet sich auch der Helm hervorragend als Reflektor. Signalfarben, Reflektoren und LED-Rücklichter sorgen für bessere Sichtbarkeit im Stadtverkehr. Ein Beispiel ist der „Urban‑I 3.0 Signal“ von Abus. Der Helm ist bei Dämmerung und Dunkelheit kaum zu übersehen. Die Reflektorstreifen sind so angeordnet, dass sie aus jedem Winkel Scheinwerferlicht reflektieren und dabei grob die Helmsilhouette nachzeichnen. So wird der Träger schnell als Radfahrer erkennbar. „Wenn der Radfahrer am Radweg unterwegs ist und die Fahrradbeleuchtung durch parkende Autos verdeckt ist, ist ein leuchtender Helm ein nicht zu unterschätzendes Sicherheitsmerkmal“, so Torsten Mendel von Abus.

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