An wen wendet sich das E-Bike-Training? Besonders für diejenigen, die das Pedelecfahren neu für sich entdeckt haben, ist das Angebot passend. Aber auch Menschen, die Fragen rund um das Pedelec haben oder einfach nur ein paar Koordinationsübungen mit dem Rad machen möchten.
Was wird vermittelt? „Auf einem Übungsparcours werden verschiedene Fahrsituationen erprobt, um in sicherer Umgebung ein Gefühl für das Rad zu entwickeln“, sagt Johann Krämer. Richtiges Bremsen, sicheres Auf- und Absteigen sowie Anfahren sind ebenso Bestandteil des Kurses wie Abbiegen, Kurvenfahren und Koordinationsübungen. Neben zahlreichen Fahrtechnik-Übungen zur Schulung der Koordination und Reaktion werden auch Themen der Verkehrssicherheit behandelt. Im Kurs beschäftige man sich auch mit dem verkehrssicheren Fahrrad, zudem werden die Unterschiede von einem normalen Rad zu einem E-Bike besprochen. „Welche zusätzlichen Teile hat ein E-Bike und wie ist das Zusammenspiel zwischen Motorunterstützungsstufen und der Gangschaltung“, nennt Krämer ein Beispiel. „Und am Ende sollen alle vor allen Dingen Freude am Kurs und noch mehr Freunde und Sicherheit auf allen Pedelec-Fahrten haben“, so der E-Bike-Trainer.
Wer hat an den Kursen teilgenommen?
Viele Teilnehmende der Kurse, die in Fellbach angeboten wurden, waren Frauen im Alter von 50 bis 70 Jahren. Manchmal sei ein Kurs auch als Paar oder als Familienevent besucht worden. Die ältesten Teilnehmenden seien über 80 Jahre alt, die jüngsten 30 Jahre alt gewesen, so Krämer.
Für viele Teilnehmer sei das Pedelecfahren noch neu gewesen, und sie hätten sich in bestimmten Situationen unsicher gefühlt. Ein Beispiel sei das langsame Fahren in engen Kurven und das plötzliche Bremsen, das bereite vielen Probleme. „Für die, die in ihrem Leben schon viel Fahrrad gefahren sind, ist die Umstellung auf das Pedelec einfach“, so Krämer. Ein 82-jähriger Teilnehmer beispielsweise legte pro Jahr rund 10 000 Kilometer auf dem Pedelec zurück, erzählt Johann Krämer. Wenn allerdings nur wenig Praxis mit dem „normalen“ Fahrrad vorhanden sei, sei es schwieriger. Dann brauche es etwas mehr Geduld.
Was braucht man als E-Bike-Trainer? „Man sollte natürlich schon jede Menge Freude und Leidenschaft für das Radfahren und das E-Bike-Fahren mitbringen“, sagt Johann Krämer. Dazu gehöre auch, die Grundfertigkeiten des sicheren Pedelecfahrens zu beherrschen, und auch ein Gespür dafür zu haben, wie denn die Bedürfnisse der Kursteilnehmer aussehen. „Grundsätzlich gehört für mich auch ein wertschätzender Umgang miteinander im Kurs dazu“, sagt Krämer. Natürlich gehöre es zu den Aufgaben, auch, manche Büroarbeit am PC zu erledigen. Die eigenen Kurse würden nämlich selbstständig online gestellt und verwaltet. Die Informationen rund um die Ausbildung werden auch online bereitgestellt.
Was müssen die Teilnehmer mitbringen? Ein fahrtüchtiges Pedelec oder Fahrrad sowie die passende Ausrüstung, dazu gehören Helm, Kleidung je nach Witterung und etwas zu trinken. Die Kosten betragen pro Teilnehmer und Teilnehmerin 35 Euro.
Wie viele Kurse gab es, wann gibt es die nächsten, und wie kann man sie buchen?
In den vergangenen drei Jahren wurden rund 1000 Kurse mit rund 5000 Teilnehmenden in vielen Städten und Landkreisen quer durch ganz Baden-Württemberg durchgeführt. Im Rems-Murr-Kreis waren es 69 Kurse mit 485 Teilnehmenden, berichtet Krämer. Recht einfach könne man die Kurse auf der Internetseite www.radspass.org buchen. Dort sind alle Kurstermine aufgelistet, mit Filterungsmöglichkeiten nach Region, Stadt und Kursterminen. Am 30. April bietet Johann Krämer im Schulhof der Silcherschule Fellbach, Tainer Straße 34, einen Kurs an. Beginn ist um 16.15 Uhr, das Ende gegen 20 Uhr. Die Teilnehmerzahl ist auf maximal sieben begrenzt. Einen weiteren Kurs gibt es am Donnerstag, 23. Mai, in Fellbach. Auch geschlossene Gruppen könnten einen Kurs buchen, so Krämer. Für Fellbacher sind die Kurse kostenfrei. Auch der Rems-Murr-Kreis unterstütze das Projekt beispielsweise mit der Bereitstellung von Übungsplätzen und verschiedenen Aktionen.
Was war die persönliche Motivation, E-Bike-Trainer zu werden?
„Das Radfahren ist einfach meine Leidenschaft“, sagt Johann Krämer. Das sei schon immer so gewesen – er sei schon viele Kilometer sportlich auf dem Rennrad unterwegs gewesen, aber auch auf dem Mountainbike und auf vielen Reisen. „Aber auch als Verkehrsmittel im Alltag war das Fahrrad bei mir auch schon immer im Einsatz“, sagt Krämer. Mit der Anschaffung eines Pedelecs vor rund fünf Jahren habe sich das nochmals deutlich gesteigert. Mit elektrischem Rückenwind sei kein Berg mehr zu steil, und bei Distanzen von bis zu 20 Kilometern sei das Pedelec das perfekte Verkehrsmittel. Auch bei sommerlichen Temperaturen gehe das Radeln damit fast ohne Schweiß.
Nach den zwei Tagen Training mit Gleichgesinnten und Experten im Pilotlandkreis Rems-Murr sei Johann Krämer von dem Gesamtkonzept überzeugt gewesen. „Inzwischen war ich als Trainer bei 34 Kursen mit rund 200 Teilnehmenden im Einsatz“, sagt der Fellbacher.
Weitere Termine rund ums Radeln
Stadtradeln
Der Zeitraum für das Stadtradeln, das im ganzen Rems-Murr-Kreis stattfindet, ist vom 15. Juni bis 6. Juli. Wieder ist ein Schulradeln-Wettbewerb integriert. Von Alfdorf, Backnang, Fellbach, Korb über Urbach bis Winnenden und viele weitere – die Bandbreite der teilnehmenden Kommunen im Rems-Murr-Kreis ist groß. Stadtradeln ist ein Wettbewerb, bei dem es darum geht, 21 Tage lang möglichst viele Alltagswege klimafreundlich mit dem Fahrrad zurückzulegen. Jeder Kilometer zählt. Weitere Infos gibt es unter www.stadtradeln.de/rems-murr-kreis.
Radkulturtag
Beim Radkulturtag in Fellbach sind am Sonntag, 30. Juni, von 11.30 bis 17 Uhr im Rathausinnenhof und auf dem Kirchplatz viele Aktionen rund um das Fahrrad geboten – unter anderem Infostände, Fahrradcodierung, Radcheck, Infos zum sicheren E-Biken sowie geführte Touren.