Radioshow „2nach9“ zum Nachhören Elvis hätte vor Glück geweint

Im Horads-88,6-Studio (von links): Tom Hörner, Mindestlohn-Matthias, Ray Martin und David Rau. Foto: Decksmann
Im Horads-88,6-Studio (von links): Tom Hörner, Mindestlohn-Matthias, Ray Martin und David Rau. Foto: Decksmann

Feinstaubalarm hin, Feinstaubalarm her: Wenn ein großer Elvis-Interpret wie Ray Martin zum Auftritt kommt, gehört die Stretch-Limousine zum guten Ton. Die Moderatoren Hörner & Rau waren ganz aus dem Häuschen – und ein wunderbarer Abend nahm seinen Lauf.

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Stuttgart - Es klang fast wie eine Entschuldigung, als der Gast des Abends erklärte, warum er in Zeiten des Feinstaubalarms von Stuttgart-Hofen mit dem 6,75 Meter langen Lincoln angereist war: Das Getriebe seines Pick-up hatte nach 360 000 Kilometern den Geist aufgegeben.

Die Moderatoren von „2nach9“, Stuggi-TV-Chef David Rau und StN/StZ-Redakteur Tom Hörner, waren begeistert vom Erscheinen des Entertainers und schworen im selben Atemzug, dass sie ihre Dienstwagen zum Horads-88,6-Studio an die Hochschule der Medien nach Stuttgart-Vaihingen geschoben hätten. Ein Elvis-Imitator, der im Mercedes-Sprinter zum Termin kommt, das wäre ein nicht zu entschuldigender Stilbruch.

Er lebte in Kanada und importierte Pferde nach Europa

Ray Martin, mit Stiefeln, Cowboyhut und Sonnenbrille stilecht gekleidet, erzählte, wie er als 13-Jähriger vom Elvis-Virus infiziert wurde: Vierzehn Tage vor dem Tod des King hatte der Bub aus Stuttgart-Hofen seinen ersten Elvis-Film gesehen und war sofort Feuer und Flamme. Anders als der Schriftsteller Karl May, kennt der Musiker den Kontinent seiner Sehnsüchte: Acht Jahre lebte Ray Martin in Kanada. Er war mit einer Halbindianerin zusammen und importierte Pferde nach Europa.

Wie weltoffen die Amerikaner sind, wurde Ray Martin klar, als er in einem legendären Club in Nashville auftrat – und dort gefeiert wurde. Als komischer Exote in Elvis-Klamotten? „Nein“, sagte Ray. „Für die Amerikaner zählt in erster Linie, was du kannst. Erst hinterher fragen sie, wo du herkommst.“

Die Show-Bühne hat er auf dem Lincoln immer dabei

Natürlich war Ray Martin nicht nur zum Erzählen ins Studio gekommen, er griff auch zur Gitarre. Wer die Show verpasst hat, kann sie hier nachhören. Aus Gründen des Urheberrechts werden die Songs auf der Soundcloud nur kurz angespielt. Es ist also durchaus lohnend, „2nach9“ live zu verfolgen, immer dienstags von 21 bis 22 Uhr.

Vor dem Wegfahren demonstrierte Ray Martin vor der Hochschule der Medien, warum er auf das Dach seines Lincoln eine Metallplatte montierte hatten: So ist die Show-Bühne immer dabei. Ray steigt aufs Dach – zum Abgang also noch mal ein echter Höhepunkt. Hörner & Rau waren sich einig: Hätte Elvis das gesehen, er hätte vor Glück geweint.




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