Radrennen in Fellbach Auf die Rennradler warten Höhenmeter ohne Ende

Von Michael Käfer 

Die offenen baden-württembergischen Bergmeisterschaften können am 25. Oktober stattfinden – trotz Corona. Die mit 70 Höhenmetern gespickte 2,9 Kilometer lange Strecke auf dem Kappelberg steht nur Amateuren und Elite-Amateuren offen.

Vom Kopfsteinpflaster vor der  Kelter bleiben die Radler 2020 verschont. Foto: Patricia Sigerist
Vom Kopfsteinpflaster vor der Kelter bleiben die Radler 2020 verschont. Foto: Patricia Sigerist

Fellbach - Üblicherweise wünscht sich Marc Sanwald möglichst viele Radsport-Fans am Streckenrand der von ihm veranstalteten Rennen. Diesmal, anlässlich der am Sonntag, 25. Oktober, in Fellbach ausgetragenen offenen baden-württembergischen Bergmeisterschaften, ist das anders. „Wir wollen Zuschauer vermeiden“, sagt der Chef des Activity-Racing-Teams und Leiter der Radsportabteilung des TSV Schmiden. Lange musste der 48-Jährige darum zittern, in Coronazeiten doch noch ein Radrennen am Kappelberg veranstalten zu dürfen. Jetzt erhielt er aus dem Fellbacher Rathaus die Erlaubnis. „Mit dem Ordnungsamt kann man top zusammenarbeiten“, sagt Marc Sanwald.

Die Radtourenfahrten für Hobbyfahrer sind hierzulande fast ausnahmslos abgesagt

Eigentlich hätte es die elfte Auflage des Rems-Murr-Pokals sein sollen, die der Radsportenthusiast organisieren wollte. Weil die Backnanger Etappe von Deutschlands einzigem internationalen Drei-Etappen-Rennen für Radamateure und Jedermannsportler jedoch frühzeitig abgesagt worden war, plante Marc Sanwald Alternativen. Dem Auftakt in Schorndorf sollten gleich zwei Etappen in Fellbach folgen. Doch auch das war nicht möglich.

Nun aber, deutlich später im Jahr als für den Rems-Murr-Pokal üblich, können immerhin noch die „Bergziegen“ unter den baden-württembergischen Rennradlern ihre Besten küren. Anders als bei den Profis, die derzeit ein – vorsichtig ausgedrückt – sehr umfangreiches Wettkampfangebot absolvieren, sind die Startmöglichkeiten für Amateure und Jedermann-Radler überaus dünn gesät. Selbst die Radtourenfahrten für Hobbyfahrer sind hierzulande fast ausnahmslos abgesagt.

Der Keltervorplatz wird nicht durchfahren

Jedermänner werden auch bei den Landesmeisterschaften nicht am Start sein. Die mit 70 Höhenmetern gespickte 2,9 Kilometer lange Strecke auf dem Kappelberg steht nur Amateuren und Elite-Amateuren offen. „Das sind lizenzierte Sportler und wir haben die Daten schon erfasst“, sagt Marc Sanwald, der umfangreiche Maßnahmen für einen coronasicheren Ablauf entwickelt hat. Start und Ziel werden nicht wie üblich an der neuen Kelter, sondern einen Steinwurf oberhalb liegen. Der Keltervorplatz wird nicht durchfahren, stattdessen ein Parallelweg oberhalb der neuen Kelter benutzt. Damit ist auch eine Entzerrung vom gleichzeitig stattfindenden Weintreff am Kappelberg der Fellbacher Weingärtner gewährleistet. Es gibt für die Radfahrer weder Duschen noch Catering im Ziel. „Wir schicken alle runter zum Weintreff“, sagt Marc Sanwald über die lukullischen Möglichkeiten zur Stärkung. Selbst für die Parkplätze müssen die Radsportler noch eine Auf- und Abwärmrunde einlegen, denn die liegen beim Kombi-Bad F3.

Zuvor allerdings gibt es für die insgesamt zugelassenen 180 Teilnehmer drei Gelegenheiten zum Schwitzen. Um 9.30 Uhr starten bis zu 60 Frauen und Juniorinnen, die den Rundkurs am Kappelberg zwölfmal durchfahren müssen. Nachdem die jeweils drei schnellsten Sportlerinnen geehrt wurden und eine voraussichtlich halbstündige Pause verstrichen ist, dürfen um 11.30 Uhr die Junioren und Senioren zu ihren 14 Runden antreten. Den Abschluss bildet das Hauptrennen der Amateure und Elite-Amateure, die von 13.30 Uhr an 25 Runden, also rund 73 Kilometer mit kräftezehrenden 1750 Höhenmetern absolvieren werden.




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