Die Radrennen des Brezel Race Stuttgart & Region begeisterten wieder viele Zuschauerinnen und Zuschauer. Rund 4000 Radsportlerinnen und –sportler waren am Start.

„Fabi, Fabi, yeah! Olli ... zieh, zieh!“ Die Freundesstimmen gehen fast unter im Getrommel und Jubel, mit dem die Fans die Sportler und Sportlerinnen begrüßen, die die Eberhard- und Königstraße zum Ziel hochradeln. Wie schon bei den vielen anderen, die zuvor durch das Finish des „Brezel Race Stuttgart & Region powered by ADAC“ am Rotebühlplatz gefahren sind – einzeln, Hand in Hand, sich abklatschend, abgekämpft, aber immer froh und glücklich. Verständlich, 121 Kilometer sind alles andere als ein Pappenstil. Wie sagte noch Moderator Stephan Salscheider mit seiner kantigen Stimme: „Da muss man schon das eine oder andere Mal auf dem Rad gesessen sein dieses Jahr, auch im Winter.“

 
Stuttgarts OB Nopper gab den Startschuss beim Brezel Race. Foto: Andreas Rosar/Fotoagentur-Stuttgart

121 Kilometer misst die lange Strecke des Brezel Race, rund 1.050 Höhenmeter müssen überwunden werden vom Start an der Theodor-Heuss-Straße hinaus in die Region Esslingen, Kirchheim/Teck, Schorndorf, Remseck und zurück in die Landeshauptstadt. 2500 Teilnehmende hatten sich für das Brezel Race Lang gemeldet, über 4000 Freizeitradsportlerinnen und -radsportler für beide Wettbewerbe, so die Veranstalter. Beim „Brezel Race Kurz“ waren 58 Kilometer zu bewältigen. Angeboten wurde zudem der Brezel Race Ride, eine von Guides begleitete Ausfahrt für Radsport-Einsteigerinnen und -Einsteiger ohne Zeitnahme über 20 bis 30 Kilometer.

Johannes Stahr gewinnt Brezel Race in Stuttgart

Doch zurück zum langen Rennen: Da schoss als erster Johannes Stahr vom TSV Gaimersheim durchs Ziel – nach zwei Stunden 59 Minuten und 43 Sekunden, vor Simon Betz und Jack Morrissey, die beide knapp über drei Stunden brauchten. Schnellste Frau: Carolin Weber. Als Team dominierte einmal mehr Strassacker. Sie alle werden auf der Bühne vor der Marienstraße geehrt, während noch viele weitere Fahrer zur Ziellinie radeln, bis der Besenwagen kommt und anzeigt, dass alle durch sind.

„Überhaupt das geschafft zu haben, ist toll“, meint einer, als er tief atmend sein Rad zur anderen Straßenseite schiebt. Vergangenes Jahr ging es beim Brezel Race etwas schneller zu. Nach zweieinhalb Stunden kamen da die ersten ins Ziel. Daniel, der zuvor die 58-Kilometer-Strecke absolvierte, betont: „Es war anfangs nicht ganz einfach, glatt und schlammig.“ Dem Regen in der Nacht zuvor ist Tribut zu zollen.

Women’s Cycling Grand Prix zum dritten Mal im Ländle

Derweil sind längst in Filderstadt die Frauen des Women’s Cycling Grand Prix 2025 über 124 Kilometer gestartet, der zum dritten Mal im Ländle stattfindet. Und wer auf der Königstraße und am Rotebühlplatz nicht gerade durch die Bike Expo flaniert und sich über das Neueste in Sachen Radsport, Freizeit und Outdoor informiert, blickt gebannt auf die Videowände, um die Frauen auf ihrem Kurs zu verfolgen; kommentiert von Radsportler Christian Lichtenberg.

Die Stimmung steigt, als sie in die Innenstadt einfahren, durch die noch zwei Schlussrunden ziehen. Vorne mit dabei: die Deutsche Liane Lippert, die Italienerin Silvia Persico, die Polin Katarzyna „Kasia“ Niewiadoma-Phinney, Siegerin der Tour de France 2024. Riesiger Jubel am gesamten Kurs, als – angeführt von Raureitern der Polizei – die Frauen auf ihrer ersten Stadtrunde sind. Lange führt die Holländerin Karlijn Swinkels das Feld an. Dann ändert sich alles. Erst setzen sich die Schwäbin Liane Lippert und die Bayerin Linda Riedmann an die Spitze, auf den allerletzten Kilometern übernimmt Vorjahressiegerin Eleonora Camilla Gasparrini, überquert als erste die Ziellinie, gefolgt von Cat Ferguson und Linda Riedmann. Ein atemberaubender Endspurt, der den Rotebühlplatz und seine Umgebung vollends zum Hexelkessel macht!