Radschnellweg Radschnellweg auf drei Kilometern mitten durch Fellbach

Der bestehende Radweg entlang der Stuttgarter Straße in Fellbach muss in den nächsten Jahren wohl noch etwas verbreitert und aufgewertet werden. Foto: Dirk Herrmann

Der Gemeinderat hat seine Grundsatzentscheidung für die Fellbacher Trasse der Radschnellverbindung zwischen Schorndorf und Stuttgart getroffen. Jüngste Entwicklung: Beim Rewe- Parkplatz am Centrum 30 könnte die Ausfahrt doch weiterhin möglich sein.

Von den heftigen Protesten und zahlreichen Bedenken in der Anfangsphase der Planungen war kaum mehr etwas zu vernehmen: Ohne großen Widerspruch hat der Fellbacher Gemeinderat die von der Stadt für den Radschnellweg durch Fellbach vorgeschlagene Route zur Kenntnis genommen. Dabei handelt es sich um die drei Kilometer lange – und somit kürzestmögliche – Trasse entlang der alten Bundesstraße.

 

Neuralgischer Bereich am Centrum 30

Mit einigen Ausführungen widmete sich Baubürgermeisterin Beatrice Soltys einem als neuralgisch eingestuften Bereich: dem Parkplatz des Lebensmittelgeschäfts Rewe an der Stuttgarter Straße nahe der Kreuzung zur Esslinger Straße. Vor gut einem Jahr hatten Soltys und die Fellbacher Mobilitätsbeauftragte Birgit Orner als mögliche Variante genannt, dass für Autofahrer dort nur noch die Einfahrt möglich sei, nicht mehr aber die Ausfahrt, die nach hinten erfolgen könne.

Auf einen entsprechenden Bericht unserer Zeitung vor wenigen Tagen, in dem diese Möglichkeit erwähnt wurde, reagierte Soltys im Gemeinderat nun mit Erläuterungen zum aktuellen Diskussionsstand. Dass nur noch die Einfahrt möglich sein soll und nicht mehr die Ausfahrt, sei „so nicht richtig“. Man habe in den vergangenen Jahren über die möglichen Varianten „intensiv gesprochen“ und „unterschiedliche Vorschläge“ ins Auge gefasst. Doch sei bezüglich Rewe und für die weiteren Ein- und Ausfahrten am dortigen Centrum 30 „noch lange nicht ausdiskutiert, wie die Gestaltung aussieht“. Man werde gemeinsam mit den Eigentümern der Gebäude „intensiv um Lösungen ringen, mit denen dann alle Beteiligten zufrieden sind“.

Nach der Grundsatzentscheidung geht es in die Detailplanung

Warum es bis zur aktuellen Entscheidung über die Trasse so lange gedauert hat, liegt nach Auskunft der Oberbürgermeisterin Gabriele Zull insbesondere daran, dass der Radwegschnellweg (Abkürzung in Fachkreisen: RS5) in Fellbach „mitten durch die Stadt führt“. Die Fellbacher Radbeauftragte Birgit Orner habe sich „jeden Abschnitt genau angeschaut“, für die konkreten Bereiche gebe es auch noch gemeinsame Besichtigungen. „Heute geht es um die grundsätzliche Entscheidung“, sagte Zull.

Der Radschnellweg zwischen Schorndorf und Stuttgart gehört zu den 20 in der Region Stuttgart geplanten, von der grün-schwarzen Landesregierung vorgegebenen Schnelltrassen. Grundsätzliches Ziel: Für den Klimaschutz sollen sich mehr Menschen aufs Fahrrad setzen. Für die anderen Kommunen im Remstal sowie für Stuttgart liegen die Beschlüsse über den finalen Verlauf des RS 5 bereits vor. In Fellbach wurden „viele Routen diskutiert“, so Soltys. Ergebnis ist die nun abgespeckte Variante entlang der Schorndorfer und Stuttgarter Straße mit einer Radwegbreite von zumeist 2,50 Metern – die Baubürgermeisterin verwendet hierfür den Begriff „stadtverträgliche Fahrradachse“.

Schon heute ist sie die Achse mit den meisten Radfahrenden: Vor einem Jahr nannte Orner die Zahl von circa 1000 Radlerinnen und Radlern täglich – im Sommer. Die Planungen für den RS5 gehen von 2800 Radlern täglich aus. Es gehe um einen guten Verkehrsfluss, um den weitgehenden Erhalt von Bäumen und Parkplätzen sowie die Sicherung der Attraktivität des Einzelhandels, erklärte Soltys.

Gute Kompromisslösung

Im Gremium wurde allgemein die „gute Kompromisslösung“ gelobt. Für eine andere Variante sei in Fellbach „schlicht zu wenig Platz“, befand Franz Plappert (CDU). Zur erhofften finanziellen Unterstützung durch das Land auch für die nun abgespeckte Fellbacher Variante des Radschnellwegs sagte Soltys: „Es gibt ein bisschen Bewegung in der Fördermentalität – wird sind optimistisch.“

Bürgerinfo Am Mittwoch, 6. November, gibt es um 18.30 Uhr eine Informations- und Beteiligungsveranstaltung für Anwohnende, Gewerbetreibende und Vertreter der Fraktionen in der Schwabenlandhalle. Die Ergebnisse sollen im Frühjahr im Gremium präsentiert werden. Die Trassenfestlegung und der Start der Planung könnte dann im Sommer 2025 folgen

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