Radsport Erstmals wird die 1000er-Marke geknackt

Von Henning Maak 

Die siebte Auflage des Charity Bike Cups in Ditzingen-Heimerdingen ist bei strahlendem Sonnenschein und besten Temperaturen wieder ein voller Erfolg gewesen. Es gewinnt mit Steffen Weigold ein Fahrer aus dem Team von Danilo Hondo.

Das gibt’s nicht alle Tage: Auf dem Weg von Eberdingen nach Heimerdingen (Höhe Ölmühle) herrscht Hochbetrieb auf Zweirädern. Foto: Andreas Gorr
Das gibt’s nicht alle Tage: Auf dem Weg von Eberdingen nach Heimerdingen (Höhe Ölmühle) herrscht Hochbetrieb auf Zweirädern. Foto: Andreas Gorr

Ditzingen - Das Lächeln im Gesicht der Veranstalter des Charity Bike Cups ist vielleicht noch ein bisschen breiter gewesen als in den vergangenen Jahren. Denn die siebte Auflage, die zum dritten Mal in Heimerdingen ausgetragen wurde, fand nicht nur bei herrlichem Spätsommerwetter statt, sondern bescherte dem Organisationsteam auch einen neuen Teilnehmerrekord: Erstmals waren mehr als 1000 Radsportler am Start. Beim Lila Race am Vormittag, bei dem die Starter vier Runden zu je knapp 20 Kilometer über Hemmingen und Eberdingen zurücklegten, waren rund 550 Männer und Frauen dabei. Nach eineinhalb Runden Warmfahrens wurde in Eberdingen während des Rennens „scharf gestartet“, während dieser Veranstaltung wurde auch die Zeit gemessen. Bei der Lila Tour am Nachmittag, drei Runden zu je knapp 20 Kilometer, traten rund 500 Hobbyradler in die Pedale. Nach Schätzungen des Veranstalters verfolgten das Spektakel rund 15 000 Zuschauer.

Die Zweirad-Fans starteten jeweils in Teams, die von einem prominenten Kapitän angeführt wurden. Als erster des Lila Race überquerte Steffen Weigold vom Team Lila Logistik die Ziellinie. Dessen stattlicher Bart riss Kommentator Sven Simon zu der Bemerkung hin: „Dass man mit so einem Bart ein Radrennen gewinnen kann. . .“ Weigold, der heute in Düsseldorf lebt und bei Lila Logistik einst ein Praktikum gemacht hatte, gestand freimütig, dass er deswegen lange Zeit den Spitznamen „Zottel“ getragen habe. Danilo Hondo, ehemaliger Telekomfahrer und zweifacher Etappensieger beim Giro d’Italia, der das Lila Logistik Team als Kapitän anführte, räumte ein, dass der Sieg aus einer Spontanaktion entstanden sei: „Eigentlich wollte ich im Hauptfeld mitradeln, um mit einigen Herausforderern Wettrennen zu fahren. Aber dann war Steffen mit einer kleinen Gruppe vorne allein und ich mit einer weiteren allein dahinter. Da sind wir einfach bis zum Ziel durchgezogen.“ Etwas mehr als 70 Minuten brauchte der Sieger für die Strecke.

In den Dienst seiner Mannschaft stellte sich auch André Greipel: „Ich habe meinem Team gesagt, dass ich schon ziemlich weit vorne mitfahren will. Und zwei waren bis zum letzten Berg auch in der ersten Gruppe, mit denen habe ich noch mal ordentlich Gas gegeben. Sie waren überrascht, was sie zu leisten im Stande waren“, erklärte der vierfache Tour de France-Etappensieger.

André Greipel und Danilo Hondo waren nur zwei von zahlreichen Stars, die sich beim Charity Bike Cup in den Dienst der guten Sache stellten. Als Teamkapitäne fungierten auch der Beachvolleyball-Olympiasieger Jonas Reckermann, Slalom-Weltmeister Frank Wörndl, Tour de France-Sieger Jan Ullrich, Sat-1-Nachrichtensprecher Marc Bator, die Triathlon-Olympiateilnehmer Ricarda Lisk und Daniel Unger sowie zahlreiche weitere ehemalige Radprofis. Der Erlös der Veranstaltung geht an die Organisation Star Care, die soziale Projekte für Kinder in der Region fördert. Ditzingens Oberbürgermeister Michael Makurath sowie seine Amtskollegen aus Hemmingen und Eberdingen, Thomas Schäfer und Peter Schäfer, drehten am Nachmittag eine Runde mit dem E-Bike. Geschäftsführer Michael Müller vom Team Lila Logistik will sich auf den Lorbeeren nicht ausruhen: „Unsere Vision ist, in den nächsten Jahren 2000 Fahrer an den Start zu bringen.“